ANNsichtssache

Schneestab, du

Ich bin am Aufräumen von meinem Zimmer vor dem großen Tag, um überhaupt mal was Sinnvolles zu tun. Werde von größer werdenden Schneegeschossen am Fenster gestört … mein Bruder kreischt „Anne, komm runter, ich muss dir was zeigen!!“.
Keine Zeit!:P Aber die Neugier siegt. Mit leuchtenden Augen empfängt er mich und führt mich stolz in den Garten. Mit den Worten „Es ist KEIN Penis, wie man es denken könnte…!“ (Ich denke … „Okaaaay… was tut er?!!“) präsentiert er mir … einen Schneestab. Er türmt sich bis über unsere Köpfe und überragt sogar meinen großen kleinen Bruder und ich frage mich, wie er den Schnee da hochgepackt hat. Vermutlich kann er mir nun auch die Entstehung der Weltwunder und Stongehenge erklären und mir dazu auch gleich noch ein Patentrezept für das Lernen im Schlaf anbieten.
Doch nein, er will Fotos! Er und sein neuer Freund präsentieren sich sehr galant vor der Linse, Arm in Arm, beide etwas bleich und nebelumwoben. Ich erinnere mich wage an Zeiten, in denen ICH noch bis in die dunkelsten Abendstunden im Schnee herumgetollt bin und Iglus und Schneemannfamilien gebaut habe. Schöne Zeiten. Kalte Zeiten. Ha! Die Zeiten waren im Winter schon immer kalt! Die Oma an der Bushaltestelle vor ein paar Wochen hatte eben doch nicht Recht mit ihrem Selbstgespräch zum Thema: „Hach, wir haben kalte Zeiten … alles ist kalt … die Bänke sind kalt …“. Herrlich.
Wieder im Warmen schaue ich mir die Fotos an und erkenne, dass die Leute, die meinen, mein Bruder und ich hätten eine gewisse Ähnlichkeit, erschreckend Recht haben. Auf gewisse Weise. Nur, dass ich nun den fatalen Fehler tat, meine Haare so kurz schneiden zu lassen, dass man aus der Ferne eher unsere Geschwisterrollen zu tauschen versucht ist.
Ein Bild des Stabes und einer Person, deren Identität man nun erraten kann, hier.
In diesem Sinne fröhliches Schneegestöber und morgen einen wunderschönen Heilig Abend ;).
la piccola fiore

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