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ANNsichtssache

Lesen ist wie Atmen – es war Zeit für einen Sauerstoffüberschuss!

Buchmesse, die erste. =) Ja, ich habe mich vorher noch nie auf den Weg zum Leipziger Messegelände gemacht, um mir das Spektakel anzuschauen.
Als ich angekommen war, wollte mich mit Anderen treffen und bin deswegen etwas ziellos auf dem Gelände herumgeirrt. Und dann geschah es, WELTKLASSE!! Echt, wundervoll. Ich geh eine Treppe runter, bleib scheinbar mit meinem Absatz an einer Stufe hängen und falle – flatsch- der Länge nach auf die Stufen unter mir… vielen Dank auch. :P Meine Gedanken in dem Moment waren einfach nur… „AAAAH. Ich muss den ganzen Tag noch hier verbringen.“ Und in dem Moment sah ich auch schon die Knöpfe, die sich von meinem Mantel gelöst und auf dem Steinabsatz verteilt hatten. „Na herrlich.“ Während dem Flug bekam ich auch schon mit, wie ein älteres Paar sich nach mir umdrehte. Nachdem ich mich mit mehr oder minderen Schmerzen aufgerichtet hatte, haben die beiden sich erst mal sehr lieb erkundigt, wie es mir denn ginge und ob alles okay ist. War es, außer, dass mir sämtliche Körperteile weh taten, ich meinen Absatz neu richten und meinen Mantel irgendwie unauffällig so anziehen musste, dass man nicht sofort sah, dass er halb zerschrottet war ;D. Diese Bruchlandung erinnerte mich erneut an eine ähnliche Situation mit weniger Publikum: ein Flug über den Fahrradlenker, als sich mein Sattel irgendwie selbstständig gemacht hatte ;).

Nun ja. Die Buchmesse fing für mich also sehr gut an. Ging aber dann die restlichen 6 Stunden, die ich da war wesentlich positiver weiter! Nach einigem Suchen fand ich meine Gruppe und dann ging es einfach quer durch die Hallen. Ich merkte schon nach kurzer Zeit, dass ein weiterer Fail nicht weit entfernt war. Als ich meine Kamera herausholte, um mit den ganzen Profis zu konkurrieren, blieb sie auch nach mehrmaligen Startversuchen aus. Mein Akku schlummerte zuhause schön vor sich hin, perfekt!;)
Trotzdem ging es dann wie gesagt quer durchs Gelände, vorbei an einem Geheimsprachenverlag, der Cosplay-Bühne und überhaupt wahnsinnig vielen als Mangafiguren u.Ä. verkleideten Leuten, die auch immer wieder fotografiert wurden, an Foren, wo über Wikileaks geredet wurde, an der Blackbox des Poetryslams (jemand meinte, die Leute darin müssten sich doch zu Tode schwitzen in dem Ding- bei der Sonne, JA), an sämtlichen Crepe- und Eisständen, an denen ich jedes Mal widerstanden habe und wo wir schon bei den Nahrungsmitteln sind- ebenfalls vorbei an immer wieder fashen Autos, die als Getränkewagen umgebaut waren. Natürlich auch mehr als ein Foto wert ;).
Weiter ging es zu Autogrammstunden, wo ich die Ausdauer und das Können der Zeichner echt bewundern musste, die da stundenlang saßen und gezeichnet und unterschrieben haben, an Kinderecken (a propos Kinder: ich lauf so schön, plötzlich merk ich was an mein Bein klopfen oder so, dreh mich um, grinst mich ein klitzekleines Mädel an ;D und im Zug ein kleiner Junge „Aber Mama, ich will heute erst halb 8 ins Bett gehen!!“ :D das waren noch Zeiten…), an Kindern mit Luftballons- die wir auch haben wollten, aber leider nicht gefunden haben, bei äußerst sinnvollen Messeumfragen vorbei und durch sonnendurchflutete Hallen. Die Durchgänge waren immer mit Fotos „bekannter“ Autoren ausgestattet, die ich natürlich alle kannte (haha). Insgesamt war es wirklich ganz schön, nicht sehr aufregend, aber interessant, was es so alles gibt, man hat mal hier, mal da die eine oder andere Postkarte oder Lesezeichen mitgenommen, aber die knallige zdf neo- Tüte blieb weitesgehend leer. Da ich aber eh noch genug Bücher habe, die gelesen werden wollen (gerade wieder vier neue- muss ich mal rezensieren, wenn ich sie gelesen habe ;) ), war es nicht weiter tragisch, nichts gekauft zu haben. Zwischendurch mussten wir uns immer mal hinsetzen, man wird eben nicht jünger ( :P) und haben die Leute und diverse Bildbandslideshows beobachtet. Einmal, wir sitzen und eine Oma setzt sich neben mich. Sie geht weg und ruft mir noch zu „Ich komme vielleicht noch mal wieder!“. Nicht, dass ich der Platzzuteiler wäre, bei den vielen Leuten ;). Oder festgewachsen an meinem Platz. Als ich später an einer Bank vorbeikam, die der sehr ähnlich sah, auf der wir gesessen hatten, war neben den Leuten ein Platz frei und ich meinte zu erahnen, wer für dieses Phänomen verantwortlich war *gg.
Nachdem wir so ziemlich alles gesehen hatten und erstmal nur noch passiv zuhören wollten, setzten wir uns in ein paar Lesungen. ;=) Zwei, die mir jetzt eher im Gedächtnis geblieben sind, einmal weil wir sie vollständig gehört haben und weil sie auch nicht so trocken waren, wie die Geschichtssachbuchlesungen, waren Sigrun Casper mit ihrem Buch „Männergeschichten“ und die schön humorvollen Kolumnen aus Stephan Sareks „Was versteht Horst schon von Lyrik“.

Später, als ich am Bahnhof auf meinen Zug wartete, kam mir dann mal noch ein philosophischer Gedanke durch den Kopf gesaust, gemeinsam mit einem vorbeifahrenden Zug: Das Leben und die Welt ist wie ein fahrender Zug und die, die sich in ihm befinden, leben, als wüssten sie nicht, dass es eine Welt außerhalb gibt. Der Zug bewegt sich stets weiter in eine Richtung, entlässt Fahrende und nimmt neue Gäste auf. Doch keiner der Zugestiegenen oder Aussteiger kann den Zurückgebliebenen berichten, ob und was es außerhalb des Zuges gibt. Also muss entweder die Außenwelt nach innen kommen oder die Fahrenden müssen aus dem Fenster sehen und Kontakt zur Umgebung aufnehmen. Und sie müssten herausfinden, welcher Fahrplan ihnen die Wahrheit sagt.

Zum Schluss möchte ich heute noch ein schönes Foto posten ;). Als ich neulich in Leipzig Shoppen war, schaute ich in einem Moment der Langeweile einfach mal nach oben in das Bahnhofsgewölbe. Ich wollte gerade wieder wegsehen, als mir etwas auffiel: ein Pferd klebte förmlich an der Decke! Meine Mädels konnten mir bestätigen- JA, das war ein Pferd, ein fliegendes Pferd!! Genial ;). Da hatte wohl ein Kind seinen Luftballon losgelassen und dieser verlebte nun seine letzte Zeit on top of the World und beobachtete die hektischen Bahnfahrer.

Ich wünsch euch eine schöne Woche und allen Studenten noch erholsame restliche Semesterferien!
La piccola fiore

2 Comments

  1. kritisiert da etwa jemand meinen fotografierwahn?! ;D
    aber wirklich schöne zusammenfassung!
    die idee mit dem zug gefällt mir auch (rpg?!)

    1. Hehe nein!! Ich finds super, dass du so viele Fotos gemacht hast.hätte ich bestimmt auch, hätte ich so ne Mega Camera xD. Danke… Joa RPG … Wenn mans einfließen lassen kann, warum ne :).

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