ANNsichtssache

Geldwäsche im Kirschwasser

Es wintert wieder. Nein, das ist eindeutig NICHT am Wetter und dem inklusive fehlenden Schnee festzustellen, sondern am Strahlen und Glitzern der Chemnitzer Innenstadt, ihrer Bewohner und mir – in welchem Sinne auch immer. Am meisten wahrscheinlich durch die Lichtbrechung der üppigen Weihnachtsbeleuchtung in den Regentropfen am Fenster oder den zu Tränen getriebenen Augen der wenigen Kinder, die sich den Schnee herbeisehnen und ihre Mütter verzweifelt fragen, ob sie denn sicher ist, dass jetzt Weihnachten vor der Tür steht und nicht doch eher der Osterhase in drei Wochen die Eier in die Pfützen haut. Diese kennt man ja vom April noch eher. Und als Kind des Klimawandels wohl auch noch gründlicher, als Schnee. Schnee… dicke fette Schneemänner, Schneeengel, Schneeiglus, viel zu viel Schnee, viel zu kalt wahrscheinlich auch für die aufwachsende lauwarme Playstation- und Smartphone-Gesellschaft. Darauf erst mal eine Tasse Nostalgie.

Um wieder auf das eigentliche Thema zurückzukommen: es wintert! Und dieses Wintern kann man, wenn man will, auch an meinem scheinbar jährlich hervortretenden Talent für (angeblich) amüsante Missgeschicke oder wie man es nennen will, messen. Ich denke da nur an meine wundervollen Erlebnisse mit der Bahn im letzten Jahr zurück, die ja immerhin von dem ominösen Weiß größtenteils verursacht oder mitverschuldet waren. In diesem Jahr macht es mir natürlich auch wieder große Freude, von den Fettnäpfchen zu erzählen, die sich mir in den Weg stellen. Wenn es auch nicht Fett im wahrsten Sinne des Wortes, aber ebenso unangenehme Materie ist, die ich – natürlich selbstverschuldet- entfremde.

Weihnachtseinkäufe. Ein Begriff, in vieler Leute Munde, besonders gern JETZT und so stimme ich mit ein. Als schon Mitte November in einem bekannten Lebensmittelmarkt Weihnachtsmusik gespielt wurde, konnte ich noch mit abfälligen Bemerkungen und beschleunigtem Gang Abneigung und Fluchtabsichten signalisieren, doch aus Liebe zu meinen Lieben hat mich das Shoppingfieber auch gepackt, notgedrungen. Einen ganzen Tag bin ich also durch sämtliche Läden getingelt und die Jagd nach dem Ultimativum war, auch wenn es das Wort eigentlich nicht gibt, erfolgreich. Soweit, so gut. Wo ich schon mal dabei war, nahm ich gleich auch dies und jenes Andere mit und verweilte so auch vor den Duschgels. Begegnung mit dem Feind, Klappe die Erste!

Frau muss den Duft riechen. Frau nimmt Deos die Kappe ab, sprüht hinein, um zu riechen! Frau drückt auf ein geöffnetes Duschbad, wenn das chemische Riechen keine Effekte erzielt!! Und Mann lacht, wenn Frau dann scheinbar das Gelriechen mit einer Nasenreinigung verwechselt und etwas ZU stark auf die Tube gedrückt hat. Arrgh! Ich schätze, da hatte ich dann zum Ende des Marathons hin zu viel Elan, das Ganze zu einem guten Ende zu bringen. Dieses Ende war dann so geruchsintensiv, dass ich auch an der frischen Luft noch den Eindruck von blumigem Duschbad in der Nase hatte. (Das wird mir eine Lehre sein… passt bloß auf, dass ihr euch niemals so was in die Nase pustet x))

Gut, vielleicht hab ich auch ein kleines bisschen übertrieben, von wegen, diese Weihnachtsshoppingtour wäre so ein Wahnsinnsreinfall gewesen. Aber ins Wasser gefallen ist sie dann wirklich noch. Und nein, ich bin nicht in einer Pfütze ausgerutscht oder in den Bierlachen der feucht-fröhlich singenden CfC-Fans im Bus. Nein, und damit kommt nun endlich der großartige Bezug zum Titel dieses Beitrages: ich wurde Opfer der Geldwäsche. Und ich schwöre: unbeabsichtigt! Ich dachte ja, es wäre schlau sich für so einen langen Nachmittag was zu Trinken zu kaufen. Die Wahl fiel auf eine Flasche Kirschwasser – stilles Wasser mit Kirschgeschmack und so Zeugs. ;) Verträgt sich besser mit so einer Einkaufsmission.
Jedenfalls merkte ich schon im Bus, wie eines meiner Beine zunehmend nass wurde. Ich konnte das weder auf Blasenschwäche, noch auf die nicht-regen-durchlässige Decke des Busses oder die nicht vorhandenen Hunde schieben, die mich als P***pfahl benutzen könnten. Ein Blick in meine Tasche belehrte mich dann auch sehr bald einer viel trivialeren Lösung. Meetingpoint mit Feind, Klappe die Zweite. Ungeachtet der Tatsache, dass ich, nass wie ich war, auch noch auf der Straße angesprochen wurde und ich meinen Einkaufsbummel aufgrund in Kirschwasser eingeweichter Geldscheine abbrechen musste (welcher Verkäufer will bitte klatschnasses Geld in seine Kasse legen?!), hat meine Tasche nun doch einen wundervollen Kirschgeruch und einen Waschgang dazu erhalten. Toll. Vielleicht hältst DU ja irgendwann mal einen der gewellten, auf der Heizung getrockneten Geldscheine in der Hand! Erkennbar an dem Kirschduft… diesen herauszufinden ist meiner Ansicht nach ungefährlicher als mein Unterfangen mit dem Duschgel ;).
In diesem Sinne einen besinnlichen 2.Advent.

La piccola fiore

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