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ANNsichtssache

Together Individual: Von BMX & Geigen

Ich war gestern bei der Theaternacht Chemnitz. Für gratis Eintritt konnte man dort Einblicke in Balettproben, Jazz, Kochshows, ungewöhnliche Wagner-Begleitung mit BMX und Skateboards und vieles mehr bekommen. Bei so viel Kultur, Musik und Menschen sind mir mal wieder ein paar Gedanken zu einem Thema gekommen, das auch die „Kulturunfreundlichen“ unter uns durchaus betreffen kann.

 

Bei der Kochshow sind es die Zutaten, beim Klavierspielen die Tasten, beim Orchester jedes einzelne Instrument: einzigartig und doch unerlässlich.

 

Tu, was du kannst … ?!

Mir ist beim Anschauen der verschiedenen Beiträge aufgefallen, wie wunderbar alles abgepasst war. Die Töne der Flöten mit denen der Geigen, die Vielfalt von Farben der Improvisationsmaler an der Leinwand. Jeder der Beteiligten hat seine Aufgabe und erfüllt sie so gut er kann. Keiner ist weniger wichtig, nur weil er einen kleinen Anteil am Ganzen besitzt, weil er nur hin und wieder in einem Stück zu hören ist oder zu klein, um an die obere Kante der Leinwand heranzureichen.

 

 

Tu, was du nicht lassen kannst …?!

Mich hat es fasziniert, wie Menschen so unterschiedliche Begeisterung für bestimmte Hobbys oder sogar Leidenschaften entwickeln. Jemand, der immer einen Traum gehabt hat und sich nie dazu durchringen konnte, ihn umzusetzen, schaut meist halb staunend, halb deprimiert auf die Menschen, die in dem aufgehen, wofür sie innerlich brennen. Dabei glaube ich, dass Gott uns nicht umsonst Interessen für bestimmte Themen oder Dinge gegeben hat: für ihn ist es im Kleinen und Einzelnen wert- und sinnvoll und im Ganzen sehen auch wir – wenn jeder das, was er gut kann und gerne tut, mit Leidenschaft und Antrieb umsetzt, entsteht daraus etwas wirklich Schönes! Mal abgesehen davon, dass es auch Abgründe im Menschen gibt, die sich manchmal Negatives wünschen, meine ich hier wirklich das, was uns selbst und andere motiviert und was in seiner Entstehung und /oder seinem Ergebnis einfach schön ist.

 

Tu, was du überlassen bekommen hast … ?!

Gott hat die Welt ursprünglich schön gemacht, sie war gut, wie er sagte. In unserer Welt ist etwas schief gelaufen, als sie nicht mehr als „Paradies“ bezeichnet werden durfte. Keines mehr war. Aber Gott ist und bleibt ein Schöpfergott, kreativ und unglaublich innovativ und schön. Wenn wir mit ihm zusammenarbeiten, geschaffen nach seinem „Ebenbild“ (das muss man sich erst mal vorstellen…), dann wird die Kreativität von dem Kreator überhaupt inspiriert. Eine total tolle Vorstellung, finde ich, einen Teil „vererbt“ bekommen zu haben, der auch gerne Neues und Schönes schafft.

 

Tu es, obwohl du dabei versagst … ?!

Ich wünsche dir, dass du dich in das, wo du aufgehst, investieren kannst und andere Dinge in einem gesunden Maß dem unterordnest. Klar kann es sein, dass du jahrelang mit den unangenehmen Seiten des Übens und der fehlenden Disziplin zu kämpfen hast und dich das Gefühl beschleicht, das alles sei sinnlos und nicht der Mühe wert. Spätestens wenn du das Ergebnis in den Händen hältst oder das Farbenspiel mit der Arbeit der anderen betrachtest, war es sie wert.

 

Bei dem Auftritt der BMXer und Skater zur Wagnermusik ist mir aufgefallen, dass der Jubel für die Künstler gerade dann besonders tobend war, wenn sie einen gewagten Stunt hingelegt haben und danach ausgerutscht sind oder etwas einfach versucht und nicht hinbekommen haben.

 

Tu es für ihn … ?!

Und letztendlich finde ich diese Aussage sehr wichtig:

 

Ob ihr nun esst oder trinkt oder sonst etwas tut, tut alles zur Ehre Gottes.“ 1.Korinther 10,31

 

Und damit geht es mal wieder um das große Ziel, auf dessen Zielgerade der individuelle Weg immer wieder neu darauf ausgerichtet wird.

 

La piccola fiore

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