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ANNsichtssache / Fotografie und Gestaltung

My Home is my Castle & My Body is my Tent

Hands Like Houses "A Tale Of Outer Suburbia"

Das Leben lehrt uns vieles. Allein in den Dingen, die wir erleben und beobachten, stecken Wahrheiten, die wir mit der Zeit entdecken. Und dennoch bleiben Fragen, die man nie so eindeutig klären kann. Philosophie ist so schön, weil sie die Gedanken treiben lässt und man dabei bereits aufgebaute Gerüste hinterfragt, abstaubt oder ganz neue Perspektiven bekommen kann. So gerne ich philosophiere, so oft komme ich damit auch an meine Grenzen. In 2. Petrus 1, 16 heißt es: „Denn wir sind nicht klug ersonnenen Legenden gefolgt, als wir euch die Macht und Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus wissen ließen, sondern wir sind Augenzeugen seiner herrlichen Majestät gewesen.“

Was die Menschen, die mit Jesus unterwegs waren, über das Leben gelernt haben, muss unvergleichlich sein mit den vagen Vermutungen der Philosophie. Sie haben kennen gelernt, was Gott mit Beziehung meint, mit aufrichtiger Liebe und einem „glaubwürdigen“ Glauben. Sie haben zusammen gegessen, sind zusammen meilenweit gelaufen, haben zusammen gefischt, gebetet und sehr viel geredet. Wenn ich jemanden nur vom Hörensagen kenne, kann ich mir viele Meinungen über ihn bilden, die nichts mit der Realität zu tun haben müssen. Hand und Fuß – im wahrsten Sinne des Wortes – hat dagegen die Begegnung mit jemandem, über Stunden und Tage hinweg, wenn man dem anderen einen Charakter zuordnen kann und seine Taten, Worte und Gedanken miteinander gedanklich in Einklang bringt.

Ich wünsche mir, diese Verbundenheit mit dem Mensch gewordenen Gott zu erleben, durch das Vermächtnis der Bibelschreiber und meiner „Geschwister“ einen Einblick zu bekommen. Petrus schreibt in 2. Petrus 1,13: „Ich halte es aber für richtig, solange ich in diesem [Leibes-]Zelt bin, euch aufzuwecken, indem ich euch erinnere […].“ Er spricht mit seinem Brief Menschen an, die schon mal geschmeckt haben, wie gut Gott ist. Aber er möchte sie daran erinnern und sie aufwecken, wohl, weil wir Menschen in unseren materiellen Körpern müde werden, einschlafen, widerstandslos auf manche dumme Sache eingehen. Der Körper trägt uns Menschen nach außen und gibt uns Ausdruck, gleichzeitig ist er wie eine Barriere zwischen dem, was wir manchmal sein wollen (unsterblich, fliegen können, immer voller Energie, auf Schlaf verzichten können, dauerhaft fit und stark etc.) und dem, was wir wirklich sind. Und deshalb finde ich die Worte von Paulus so gut gewählt, wenn er sagt, dass er sich in einem „Leibeszelt“ aufhält, das er nach seinem Tod verlassen wird. Er ist auf der Durchreise in diesem Zelt und wird irgendwann in ein befestigtes Zuhause einziehen.

Die Band Hands Like Houses stellt in ihrem „A Tale Of Outer Suburbia“ eine Frage, die ich mal versucht habe, visuell umzusetzen. Unser Körper, die Haut als unmittelbare Verbindung und gleichzeitige Abgrenzung zu unserem Umfeld, ist nur eine Übergangslösung. Bei allem Philosophieren möchte ich euch diese Gedanken mitgeben. Mehr Nachdenkstoff und Interpretationsfreiraum überlassen die Lyrics jedem Einzelnen. :)






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