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ANNsichtssache / Manna

Meinst du mich? – Wenn Gott Gebete erhört

Mir hat in letzter Zeit etwas gefehlt. Nicht gesundheitlich, sondern in meiner Beziehung zu Gott. Ich habe echt viel über ihn gelernt, habe wirklich tief gegraben und dabei ist einiges aufgekommen, das ich Gott abgegeben habe. Mich hatte ziemlich lang die Frage umgetrieben, ob er das alles, was ich über ihn weiß, wirklich auch auf mich bezieht. In dieser Umgrabezeit hat er mir in gewisser Weise das gegeben, was mir davor gefehlt hat: die Sicherheit, dass er mich meint.

Verliebt und unsicher

Warst du schon mal verliebt und wusstest jede Menge über die Person? Gleichzeitig warst du dir unsicher, ob sie dir gegenüber genauso eingestellt ist? Die Unsicherheit solch einer Situation ist fast unerträglich. Menschen wünschen sich Gemeinschaft, dass Sympathie beiderseitig ausgetauscht wird. Der Mensch möchte „erkannt“ werden, das kann ich an sämtlichen Castingshows und Liebesfilmen der Welt ablesen.

Meinst du mich

Dein Wille geschehe…

Ich weiß, dass Gott gut ist. Dass er die Menschen liebt. Dass er alles zum Guten wenden wird. Lange Zeit habe ich das gelernt und jetzt habe ich mich also gefragt, wie weit er das mir persönlich zugesteht. Bis ich in den letzten Tagen irgendwann mitten in meinem Leben saß und mir schoss der Gedanke in den Kopf: „Anne, du überlässt jetzt komplett Gott die Führung. Lass jetzt einfach mal alles los, was du kontrollieren willst und überlass dein Leben dem Willen Gottes.“ In mir war eine tiefe Ruhe eingekehrt, ganz klischeehaft. Und ich muss dazu sagen, dass ich viele Dinge gerne kontrolliere, dass ich nicht immer so locker vom Hocker mit allem umgehe und mir egal ist, was dabei raus kommt oder was andere dazu denken. Wenn ich gerade so darüber nachdenke, fällt mir etwas auf, was womöglich gleich zwei Hinweise auf den Grund dieser Ruhe geben kann: ich habe in den letzten Wochen fast jeden Morgen ein Gebet gesprochen: „Herr, ich gebe dir meinen Willen und meine Liebe. Bitte lass deinen Willen und deine Liebe mein Leben bestimmen.“ Ich hatte gedacht, dass diese Worte nicht mich selbst, sondern mein Umfeld und das, was mir passiert verändern würden. Aber jetzt das?! Das kam völlig unvermittelt und ich habe mich selbst darüber gewundert, weil das nicht meiner Natur entsprochen hat. Gott scheint meine Gebete gehört und ernst genommen zu haben …

Bitten und losrennen …

Und während ich das schreibe, wird mir noch eines klarer: dieses Ruhen in dem Wunsch, dass Gottes guter Wille für mein Leben und das meiner Mitmenschen geschieht, ist für mich ein Beweis dafür, dass er genau mich meint. Ganz ehrlich, ich habe in meinen über zwanzig Jahren als mehr oder weniger glaubensstarke Christin kein solches Erlebnis gehabt. Ich kann es nicht auf etwas zurückführen, was ich getan hätte. Okay, ich habe Gott ziemlich inständig gebeten, dass er sich mir zeigt und bin ihm dann hinterhergerannt, aber das war ziemlich blindlings und aus der Not der Situation geboren. Aber wie Jakobus 4,8 sagt: „Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch.“ – hat sich Gott mir genaht. Und dafür bin ich unglaublich dankbar. Und bevor hier Missverständnisse aufkommen – es geht nicht darum, dass ich meinen Verstand an der Himmelspforte abgegeben habe. Es geht darum, dass ich akzeptiere, dass Gott Menschen gebrauchen möchte, dass ich das als Privileg sehen kann und dass ich Frieden bekomme über den vielen Optionen, die ich wähle und die ich verwerfe. Das braucht immer wieder neuen Fokus.

Ein Zwischenstand

Um mal kurz zusammenzufassen, was sich bei mir in der letzten Woche verändert hat, hier ein paar Punkte. Ich habe die weder beabsichtigt eingeübt, noch will ich sagen, ich wäre etwas Besseres oder würde ab jetzt 100% heilig leben, nein. Das sind lediglich Ergebnisse dieser oder mehrerer Begegnungen mit Gott, die mich einfach getroffen haben: Ich bin weniger gereizt, wenn sich jemand anders verhält als ich mir das wünschen würde. Ich kann besser mit Enttäuschungen im Allgemeinen umgehen (Schienenersatzverkehr – nachts, kalt – der überfüllt war und einfach weggefahren ist, ohne zu sagen, wann der nächste kommt). Ich kann Menschen leichter loslassen und besser annehmen (Testfeld Freund und Familie). Ich kann Situationen spontaner angehen, wenn mein Tagesplan so ein bisschen durchkreuzt wird. Ich kann mehr für andere beten, weil ich weiß, dass Gott sich um mich kümmert (Fürbitte ist total toll!). Ich kann „freigiebiger geben“. Ich kann freier entscheiden, mich auch mal anders zu verhalten als gewohnt. Mir ist nicht mehr so wichtig wie zuvor, was andere von mir denken.

Zwei Spatzen und ich

Mich beschäftigen immer noch genug Dinge, an denen Gott in mir arbeiten kann, eine ganze Menge sogar. Aber dieser Anfang war sehr wichtig. Und Gott hat meine Frage auch noch indirekt an anderer Stelle beantwortet, wenn man so will. Als ich diese Woche in der Stadt war, sind mir zwei kleine Spatzen aufgefallen, die zwischen Menschen und Bahnen umhergeflogen sind. So klein, unbeschützt, zerbrechlich, vital. Mir ist der Spruch aus der Bibel eingefallen, wo es heißt: „Nicht einmal ein Spatz, der doch kaum etwas wert ist, kann tot zu Boden fallen, ohne dass euer Vater es weiß. Selbst die Haare auf eurem Kopf sind alle gezählt. Deshalb habt keine Angst; ihr seid Gott kostbarer als ein ganzer Schwarm Spatzen.“ (Matthäus 10, 29-31) So viel dazu.

Möge es so weitergehen: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit!“ (Matthäus 28, 20b) Wenn jemand von euch Gott auch (besser) kennenlernen will, dann fragt ihn einfach mal, ob er bei den ganzen Menschen und Spatzen, um die er sich kümmert, noch Ressourcen frei hat – ich bin mir da ja irgendwie ziemlich sicher …

PS: Meiner Natur gemäß könnte ich mir jetzt Stress machen: „Hey, was ist denn, wenn diese Phase demnächst wieder vorbei ist und es dir dann nicht mehr so leichtfällt?!“ Aber die Leichtigkeit und meine eigene Überraschtheit hat mir gezeigt, dass es eh nicht so sehr an mir liegt. Klar, ich muss täglich eine Entscheidung treffen, aber wenn das Ganze nur aus Krampf aufrecht zu erhalten ist, ist es für mich nicht echt.

Gesegnet aber ist der Mann, der sich auf den HERRN verlässt und dessen Zuversicht der HERR ist. Der ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach hin streckt. Denn obgleich die Hitze kommt, fürchtet er sich doch nicht, sondern seine Blätter bleiben grün; und er sorgt sich nicht, wenn ein dürres Jahr kommt, sondern bringt ohne Aufhören Früchte.“ (Jeremia 17, 7-8)

Um noch mal einen Songtext einzuflechten, hier ein weiterer Track von Hands Like Houses über unsere Träume, unseren Willen vs. den Willen unseres Vaters und seine souveränen Träume für unser Leben.






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