ANNsichtssache / Manna

Gut für dich

Ein Lebensmitteldiscounter wirbt zur Zeit mit dem Slogan „Gut ist, was gut für dich ist“. Im Laufe der Fastenzeit muss ich immer wieder darüber nachdenken, was wirklich gut für mich ist. Es kommen automatisch angebliche Bedürfnisse auf, wenn man daran gewöhnt ist, immer gefüllt zu sein und dann etwas wegfällt. Als Mensch fühle ich mich oft von meinem Geschmacksempfinden, meiner Gewohnheit angetrieben. Wenn ich an die süße Schokolade gewöhnt war, fällt es schwer mich auf etwas Gesundes zu beschränken.

SchokiAber ich merke auch, wie die Umgewöhnung mich sanft, aber bestimmt von Dingen ablöst, die eben nicht gut für mich sind. Diese Dinge „schmecken“ ohne Frage großartig, aber so richtig satt machen sie nicht. Und ich merke, dass sie auf Dauer nicht gut für mich sind. Vielleicht sind sie es nur für einen bestimmten Zeitabschnitt, vielleicht nur in bestimmter Dosierung, vielleicht auch nicht für mich, aber für jemand anderen.

Ich glaube, das Prinzip der Gewohnheit an angeblich gute Dinge kann man besonders beim Thema Besitz beobachten. Während der Mensch nackt und ohne Habe auf die Welt kommt, sammelt er sich seinen Besitz zusammen, wenn er aufwächst. Und nicht nur bei mir, auch bei anderen Menschen, die konsumorientiert leben, muss ich feststellen, dass Dinge teilweise unreflektiert gekauft, konsumiert und vergessen werden. Dass es sich einfacher lebt ohne den Ballast von Verschwendung und Luxus. Und wo ist Luxus noch Luxus, wenn man merken muss, dass man seine Verantwortung für die eigenen Ressourcen damit missbraucht und nur an sich denkt? Ohne Rücksicht auf Verluste anderer.

Diese Woche lief im TV das Finale vom „Bachelor“ und wieder einmal wurde klar, dass einem Menschen auch unterschiedliche Menschen gleichzeitig ans Herz wachsen können. Weil man es zugelassen hat und dabei wohl vorrangig kalkuliert hat, was man selbst bekommen kann – einen liebevollen Menschen, einen eigenständig smarten Menschen – aber was „gut für dich“ ist und für wen du Gutes tun und das Beste sein kannst, das ist eher außen vor. Ich muss nicht auf jeden Geschmack kommen.

Mit diesen Gedanken nach zwei Wochen Fasten möchte ich euch Mut machen, liebgewonnenem Ballast Tschüss zu sagen und zu erleben, wie sich das Leben anschließend wieder zusammenfügt – neu und heilsam.

[…] wirf in den Staub dein Gold und zu den Steinen der Bäche das Gold von Ofir -, so wird der Allmächtige dein Gold sein und wie Silber, das dir zugehäuft wird. Dann wirst du deine Lust haben an dem Allmächtigen und dein Antlitz zu Gott erheben. Wenn du ihn bitten wirst, wird er dich hören, und du wirst deine Gelübde erfüllen. Was du dir vornimmst, lässt er dir gelingen, und das Licht wird auf deinen Wegen scheinen.“

Hiob 22, 24 – 28

Ich wünsche euch ein tolles Wochenende!






4 Comments

  1. Es ist wirklich schwer zu wissen was wirklich gut für einen ist. Manchmal hat man kein Gefühl dafür und geht an guten Gelegenheiten vorbei weil man blind dafür ist. Die gute Entscheidung zu treffen ist auch was man tut und nicht nur was man lässt…

    1. Danke für den Kommentar! Ja, das stimmt. Da muss man wacher werden und sich vom Heiligen Geist führen lassen, um sensibel zu sein, wenn man vor den Baum fährt oder wenn man wirklich offensiv Gutes tun kann, was man sonst vlt immer als die Aufgabe von anderen gesehen hat o.ä. :) lg

  2. Hey Anne,
    ich lese deine Artikel immer so gerne. Und ja, die Macht der Gewohnheiten kenne ich auch. Aber diese ab und an zu reflektieren ist wirklich sehr ratsam. Was schmeckt gut und was macht mich satt? Darum gehts und du beschreibst es super!
    Vielen Dank für deine Inputs!
    Wie läuft deine Abschlussarbeit?
    Glg Lena

    1. Hi Lena,
      dankeschön :)) freut mich immer wieder, von dir zu lesen!
      Meine Abschlussarbeit hat noch nicht begonnen^^ ich beschäftige mich gerade noch mit meinen restlichen Hausarbeiten und der MA-Themensuche (Kinder und Medien wsl.). Schönes Wochenende ;) Anne

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