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ANNgetippt / ANNsichtssache

Das Bitter in Süß: Was mich AoE über Liebe lehrt

Mit den Wochen mache ich mir immer mehr Gedanken über die Ehe und was das Ganze bedeutet. Ich glaube, es ist ganz normal vor einer Hochzeit noch mal ganz genau zu überlegen, ob man das möchte und was daran hängt.

Jedes Paar hat mit unterschiedlichen Problemen zu kämpfen. Im Umgang mit unseren Aneckpunkten habe ich in Dutzenden Monaten ganz unterschiedliche Strategien ausprobiert, um sie irgendwie besser als das letzte Mal zu meistern. Totschweigen, mit Krawall genau auf den Punkt hauen, mit Engelsstimme aus der Ich-Perspektive reden, Verdrängen und einen Tag später wieder raufholen, mit anderen drüber reden, drüber schlafen und beten. Es brauchte die verschiedenen Anläufe, weil ich rausfinden musste, was hilft. Denn, machen wir uns nichts vor, Beziehungspartner sehen sich nicht immer anderen Abgründen des anderen gegenübergestellt, sondern die typischen Fallgruben kennt man eigentlich mit der Zeit. Warum muss man dann trotzdem reinfallen?

Der Partner ändert sich nicht von heute auf morgen. Oder sollte er das vielleicht? Ich habe oft zu viel erwartet und war dann enttäuscht. „Ich habe dir doch gesagt, dass xy für mich doof ist!“ Das ist eine sehr passende Ausrede, um nicht selbst konstruktiv damit umgehen zu müssen. Auf der anderen Seite denke ich mir, was mich und meinen Einflussbereich betrifft, kann ich eigentlich nur gewinnen, wenn ich die Punkte, die mir mein Partner nennt, ab heute ändere. Das heißt nicht, dass ich mich komplett verändere, aber wenn ich mein Leben mit ihm verbringen möchte, dann sollte ich bereit sein, mich innerhalb meines Toleranzbereichs zu verändern, um ihm gut zu tun und uns nicht von innen kaputt zu machen. Die Aufgabe des Partners, der einen Wunsch geäußert hat, ist es dann, Geduld und Liebe walten zu lassen, wenn ich auf meinem Veränderungsweg noch stolpere. Immerhin tu ich es für ihn und ich glaube, das wissen die meisten Menschen zu schätzen.

Ich habe in letzter Zeit ein bisschen gezockt. Ja, wirklich am Computer gespielt, ganz klassisch. Age of Empires hat mich dabei etwas gelehrt. Es gab so einige Momente, wo mich die gegnerischen Mannschaften oder meine eigenen fehlenden Ressourcen kirre gemacht haben, weil ich mir die Spielwelt und ihre Prinzipien erst aneignen musste. Nachdem ich das zweite Mal mit einem niedergebrannten und menschenleeren Dorf dastand, habe ich beschlossen mir am anderen Ende des Flusses eine komplett neue Siedlung aufzubauen. Meine Mitspieler haben also meinen Kundschafter aufgepäppelt und dann konnte ich an meinem neuen Stützpunkt in aller Ruhe anbauen, ausbilden etc. Ich habe inzwischen sogar mal ein Spiel gewonnen – wow.

Love is war for each other

Naja, was ich damit sagen möchte: Konflikte kommen in Beziehungen einfach auf. Ich kann mein Bestes tun, aber verbrannte Erde kann es dennoch geben. Gerade wenn man vor hat eine Ehe zu schließen und diese auch so zu meinen, braucht man das Commitment, dabei zu bleiben. Nicht am Schauplatz der Vorwürfe und des Konfliktes stehen zu bleiben, sondern nach vorn zu sehen und zu schauen, wo man sich zusammen neu aufbauen kann, was einem als Team geblieben ist. Wo können wir wieder andocken, was ist gerade wichtig und fehlt uns am meisten? Brauchen wir einen (gedanklichen) Orts- oder Themenwechsel? Wer kann das, was wir noch haben, aufpäppeln und motivieren? Was haben wir aus vergangenen Kämpfen gelernt?

In diesem Sinne wünsche ich dir eine Woche mit konstruktiven Auseinandersetzungen mit dir selbst und anderen Menschen, in denen Platz für Hoffnung, Austausch und Frieden ist. Gott mit dir! :-)

PS: Das Bild ist mal wieder ein Scherenschnitt, ist sehr spontan entstanden.






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