ANNsichtssache

The Power of Love

Was verbindest du mit Liebe? Welche Assoziation über ihre Wirkungsform fällt dir spontan ein? In unserer Gesellschaft ist Liebe oft verbunden mit Zärtlichkeit, Rosen, romantischer Musik – einem ruhigen und verträumten Ambiente.

Wenn ich mir überlege, wie viele Dinge durch Liebe ausgehebelt und verändert werden können, hilft es mir, meine Assoziation mit Liebe zu verändern. Liebe, das ist eine Kraft, eine Macht. Sie ist nicht passiv, zurückhaltend oder schwach. Ich finde die Vorstellung sehr schön, dass sich Liebe wie eine warme Böe anfühlt, die schwungvoll und mit Nachdruck durch meine Haare fährt. Sie lässt nicht unverändert oder unberührt, was sie berührt. Es braucht Kraft, nicht seinen egoistischen Veranlagungen nachzugehen und geduldig zu sein, zu hoffen und zu glauben. Ein kurzes praktisches Beispiel: Bei uns standen die Hochzeitseinladungen an und obwohl mein Verlobter und ich im kreativen Bereich sehr unterschiedlich ticken, haben wir uns zusammen an diese Aufgabe gesetzt und gebastelt. Dabei lief nicht alles rund, aber ich wollte dabei lernen, nicht auf den für mich durchaus verständlichen Perfektionismus in dieser Angelegenheit zu pochen, sondern die Gemeinschaft und die gemeinsame Tätigkeit zu genießen. Schließlich macht man sowas nicht ständig. Und wenn ich sonst vielleicht ungeduldig gewesen wäre, hatten wir so eine gute Zeit, in der wir beide lernen und uns gegenseitig ergänzen konnten.

Ich glaube, die Vorstellung, Liebe sei schwach bewirkt in leistungsorientierten Gesellschaften wie der unseren, dass sie als Handlungsoption erst mal hinter vermeintlich durchsetzungsfähigere Alternativen gestellt wird. Ich bin mir sicher, dass du schon in Situationen standest, in denen du die Wahl zwischen liebevollem Umgang oder egoistischer Zielverfolgung hattest. Und immer wieder erwischt sich bestimmt jeder von uns dabei, dass er sich für die lieblose Variante entscheidet – dass er sich selbst einen Vorteil oder der Wut Luft verschafft.

The Power of Love

Wut und negative Emotionen haben ebenfalls Durchschlagskraft. Ich bemerke aber, oh Wunder, dass sie ihre Kraft nicht zum Wohl meiner Mitmenschen und mir einsetzen, sondern Vertrauen und Gemeinschaft kaputtmachen. Liebe dagegen kann unterschwellig in allem mitwirken, was du tust. Die Grundstimmung eines Gesprächs kann ein sensibler Mensch recht leicht spüren. Nach außen kannst du lächeln, innerlich denkst du dir deinen Teil. Aufrichtiges Interesse und eine dem anderen Menschen zugewandte Einstellung kann man schon an den Augen ablesen. Und es öffnet die Freude im anderen – das klassische Beispiel sind dabei für mich lachende Babys. Sie sind neugierig, fröhlich und dem Gegenüber zugewandt mit allem was sie sind. Aufgaben aus Liebe zu erledigen nimmt einen großen Teil des selbstgemachten Stresses aus der Sache. (Das heißt nicht, dass man sich mit Arbeit zuschütten soll! Aber es gibt ja genug, was man sowieso machen muss – wenn aus dem ‚muss‘ ein ‚möchte‘ wird, freut sich nicht nur der Chef.)

Der Gott der Bibel beschreibt sich als die Liebe selbst (1. Johannes 4,16). Durch sein Wesen hat er die Welt geschaffen (1. Mose 1,1) – das ist für mich ein großartiges Vorbild der Schöpfungskraft der Liebe. Wenn der Glaube bei der Schöpfungsgeschichte beginnt, können wir auch so dreist sein und glauben, dass Gottes Liebe in uns wohnt, wenn wir Jesus einladen (vgl. Römer 5,5). Mich würde mal interessieren, ob eine Änderung der Wahrnehmung von Liebe als kraftvoll dem Einen oder Anderen hilft, sich lieber für sie zu entscheiden. Die Liebe sagt: Du hast nichts zu verlieren, wenn du alles gibst. Du bist versorgt. Sie nimmt dem Egoismus einfach den Wind aus den Segeln.

Herausfordernd? Na klar. Einen Versuch ist es aber wert! Vielleicht ist für dich das sonnige Frühlingswetter ja ein Katalysator für neue Gedanken voller aufrichtiger Liebe (1. Korinther 13) – denn in den Gedanken beginnt, was unsere Realität wird (Sprüche 4,23). Einmal damit begonnen, verstärkt der Erfolg die Freude daran umso mehr.






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