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Tipps für den Ehestart – Leben nach der Hochzeit!

 

Da bin ich doch tatsächlich der berühmt-berüchtigten Blogpause zum Opfer gefallen. Und das, ohne Bescheid zu sagen! Ich kann nicht so gut einschätzen, ob jemand neue Blogposts von mir vermisst, ob gerade sowieso das Sommerloch zuschlägt oder ob ihr es gewohnt seid, dass ich in unregelmäßigen Abständen schreibe. Jedenfalls wollte ich mich jetzt endlich mal wieder melden, nachdem Hochzeitsvorbereitungen und die Hochzeit selbst geschafft sind.

„Geschafft“, das soll jetzt auch gar nicht so fies klingen. Die Vorbereitungen werden im Nachhinein aber doch ziemlich romantisiert, wenn ich meine To-Do-Listen für die Hochzeit zusammenhefte und mir denke, dass diese Zeit nicht wiederkommen wird. Klar, es gibt immer wieder Projekte im Leben, die auch mehrere Wochen oder Monate Vorbereitung mit sich bringen, aber die Hochzeit ist einer der wenigen Anlässe, bei dem man emotional, planungstechnisch und lebensverändernd so stark eingebunden ist und das alles nach einem Tag „verpufft“. Wenn man es so sehen will.

Hochzeit Feuerwerk

Denn so will ich es persönlich nicht sehen. Es waren viele Investitionen in einen Tag, der viele Erwartungen in sich trug – für mich persönlich wurden manche enttäuscht, manche erfüllt, manche einfach in den Schatten gestellt. Was den Tag als solchen betrifft. Ich habe zum Beispiel die Zeit beim Friseur unterschätzt, sie war für mich ein wunderbares Runterkommen vor dem Trubel. Und dass ich emotional so mitgenommen sein könnte, dass das Fotoshooting seine Startschwierigkeiten hat, das hätte ich mir so nicht gewünscht. Dafür haben wir viel Zeit und Ideen in die Deko und Raumgestaltung gesteckt und das wurde auch gelobt, was mich sehr gefreut hat. Und letztlich hatte ich nicht so schöne, überraschende und liebevolle Beiträge und Geschenke unserer Gäste und Verwandten erwartet.

 

 

Was nicht einfach verschwinden soll nach diesem Tag, das ist der Bund und das Versprechen, das wir uns gegeben haben. Wir erleben einen neuen Alltag und dabei gibt es immer mal Konfliktpotential (zwar weniger als gedacht, aber es ist vorhanden). Ich versuche jeden Tag einzeln zu betrachten und wenn solche Konflikte aufkommen, dann bleibt mir kaum die Option, einfach zu gehen. Dann müssen wir uns durchbeißen und das möglichst liebevoll. Und auch für das allgemeine Zusammenleben muss ich umdenken. Da wir uns eigene Trauversprechen aufgeschrieben und zugesagt haben, werde ich daran immer wieder erinnert: ich habe meinem Mann etwas versprochen – jetzt habe ich Tag für Tag die Aufgabe, diese Worte mit Leben zu füllen und sie nicht leer bleiben zu lassen.

Hochzeitstanz

Aus meinem minikleinen Erfahrungsschatz möchte ich den bald oder irgendwann Verheirateten 7 Tipps mitgeben:

1. Das Versprechen macht einen Unterschied! Die Verbindlichkeit sorgt für Freiheit, aber auch für Sorgsamkeit im Umgang miteinander.

2. Sieh deine Ehe als etwas, das jeden Tag neu ausgelebt wird. Eigentlich wie der Glaube. Du investierst und wenn das beide tun, dann geht es der Ehe hoffentlich gut.

3. In Situationen, in denen eure Vorstellungen auseinandergehen und du merkst, dass dem anderen die Sache wirklich wichtig ist, sie dir aber nicht, aber sie schadet dir nicht – dann gib auch mal nach. Lass dem anderen seinen Freiraum und versuche ihn wirklich zu verstehen oder auch „nur“ zu respektieren.

4. Studiere deinen Ehepartner und lerne ihn immer besser kennen und mit ihm zusammen, was Ehe bedeutet. Man kann schnell nachlässig werden, wenn sich der Alltag nach der Hochzeit wieder einpendelt. Oder man hat über die Beziehungszeit schon vorgefertigte Meinungen über den anderen. Dann hilft mir persönlich, wenn ich offen bleibe und ich bin überrascht, wenn mein Mann plötzlich doch anders ist als bisher oder als ich bisher dachte. Im Zusammenleben merke ich außerdem, dass mein Fokus mehr von der ständigen Beschäftigung mit mir selbst abschweift. Und das tut gut!

5. Ähnlich wie Tipp 4 ist dieser auf den Partner bezogen. Ob man es Date Night oder Eheabend nennt, die Coolness fehlt dem Ganzen ein wenig. Aber es macht Sinn! Der Austausch über die letzte(n) Woche(n), ein Ehe-TÜV für sämtliche Lebensbereiche öffnet einem die Augen für Wahrnehmungsunterschiede und Verbesserungspotential.

6. Noch etwas, was mir persönlich aufgefallen ist – wer in einer Ehe gut zusammenleben will, der muss irgendwann das „Du bist schuld!“-Denken und -reden sein lassen. Wenn Missgeschicke passieren, dann sitzen wir im selben Boot. Uns ist schon einiges passiert und was bringt es da, wenn der „schuldige“ Partner in seiner Schuld baden muss und der andere zeigt nur mit dem Finger auf ihn? Es ist jeder mal in der Situation, in der er mehr auf Hilfe statt auf Anklage hofft, besonders in so einer Einheitsbeziehung wie der Ehe.

7. Die Welt ist größer als deine vier Wände. Klar hat die Ehe eine hohe Priorität. Aber gerade, was die Erwartungshaltung betrifft, kannst du deine Fühler weiter ausstrecken. Nach Gott zum Beispiel und nach Bereichen, in denen du, deine Ideen und Arbeitskraft – vielleicht auch zusammen mit deinem Partner – gebraucht werden. Denn die Liebe einer Ehe ist nicht nur dazu da, dass man sich zu zweit einigelt, sondern sie erweitert das Herz und macht es größer. Im besten Fall. Deshalb haben Eltern in ihren Herzen Platz für ihre Kinder. Oder Paare engagieren sich auch nach ihrer Hochzeit in hilfreichen Projekten.

Brautpaar im Plantschbecken

 

Die Ehe ist eine tolle Erfindung eines wunderbaren Schöpfers. Wenn man hinterher ist, kann sie Arbeit, Verbundenheit und Katalysator für andere Lebensbereiche sein.

Mich würde interessieren, wie du, falls du verheiratet bist oder heiraten willst, die Vorteile und Herausforderungen einer Ehe siehst. Wie erlebst du sie praktisch?

One Comment

  1. Liebe Anne,
    herzlichen Glückwunsch zu Eurer Hochzeit!
    Ich freu mich mit Euch und wünsche Euch eine wundervolle, jesus-zentrierte Ehe.
    Ich hab deinen Beitrag sehr gerne gelesen, erinnert er doch an sehr viele wichtige Gedanken bzgl. der Ehe. Ich finde solche persönlichen Tipps total wertvoll und kann eine Menge mitnehmen.
    Liebe Grüße Lena

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