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ANNsichtssache

O, Inspiration, Here Art Thou?!

 

Könnte Spuren von losen Gedankenfetzen enthalten.

too much inspiration

Inspiration. Ein Wort, das ich gern gebrauche, um … ja, um was eigentlich auszudrücken? Wahrscheinlich den Zustand, in dem mich etwas von außen zum Nachdenken anregt, mich weiterbringt in meinem Prozess, ob nur gedanklich oder praktisch. Der praktische Teil aber liegt dabei immer an mir.

Auf mich prasseln Inhalte nur so ein. Ideen, Nachrichten, Pläne, Inspirationen. Nehme ich mir die Zeit zu unterscheiden, was davon das Potential hat, umgesetzt, diskutiert oder verworfen zu werden? Was davon es wert ist, dass ich es in mein Gedankengerüst integriere?

Es gibt viel Gutes, das mich aufbaut und herausfordert. Blogs oder Zeitschriftenartikel, die Wahrheit wiedergeben. Diese Wahrheit erkenne ich daran, dass ich mich und meine Realität darin entdecke, dass ich meine Lügen entlarve und dass mich die Gedanken und Vorbilder dazu anregen, die Realität anders, gesünder anzugehen als zuvor.

Ich tausche mich mit Freunden über den Sinn und die Qualität von Freundschaften aus, zum Beispiel. Was macht eine Freundschaft aus, die mich nur einen Teil des Lebens begleitet und die nicht auf einer langjährigen gemeinsamen Grundlage basiert? Ist es dekadent zu erwarten, dass sich so etwas wie eine Sandkastenfreundschaft entwickeln muss, wenn man sich erst in den Zwanzigern kennenlernt? Will jemand heutzutage noch tiefe Freundschaften oder reicht es, sich lockerflockig zu unterhalten, aus dem Pool der Bekannten hier und da ein Date zu vereinbaren und das Ganze mit Humor zu betrachten? Oder sind die wahren Freunde die, die man nur selten sieht, weil der begonnene gemeinsame Weg sich geteilt hat, man aber weiß, dass die Verbundenheit durch eine gemeinsame Vergangenheit mit nichts zu vergleichen ist? Ich bin noch nicht zu wirklichen Ergebnissen gekommen. Ich denke aber, dass ich lernen muss lozulassen. Loszulassen von Erwartungen, die zu vorgefertigt und eng sind und dem echten Leben keine Luft zum atmen und sich entfalten lassen.

Es ist beeindruckend, wie simpel das Rezept zum Leben sein könnte:

Ich bin Gott dankbar für jedes Erlebnis, das mir widerfährt.

Ich nehme an, dass Gott es absolut gut mit mir meint.

Ich akzeptiere und respektiere, dass alles zeitlich begrenzt ist und dessen Verlängerung nicht in meiner menschlichen Hand liegt.

Vor diesem Hintergrund möchte ich versuchen meinen Alltag zu leben. Zu reflektieren, was ich tue und wie es mich und andere beeinflusst. Es kann durchaus anstrengend sein, einen Hang zum Denken zu haben. Aber warum nicht das Denken nutzen, statt einfach nur zu reagieren? Nicht Dinge retrospektiv überanalysieren, Menschen nicht in die falschen Schubladen stecken oder Situationen den falschen Wert zuschreiben. Sondern mit dem Herzen hineinfühlen und merken, welches Geschenk Gott mir genau hier und jetzt macht. Merken, was meine Aufgabe ist und sie tun und damit sinnerfüllt leben. Sinn- oder Zielverfehlung ist doch das, was uns oft die Gewissensbisse verleiht, oder nicht? Zu lang dies oder das gemacht statt zu arbeiten, zu viel gearbeitet statt die Freunde besucht, zu viel Spaß mit ihnen gehabt statt in die eigenen Talente zu investieren. Es ist eine Krux die richtige Balance zu finden. Die richtige Zeit, das richtige Maß. Deshalb reflektieren.

Also möchte ich dankbar sein für alltägliche Inspirationen –

thank you

  • dass ich im Hauskreis von Leuten lernen darf, die den selben Glauben wie ich, aber eine andere Geschichte mit Gott haben und dass mich einzelne Sätze wie ein Hammer treffen und lose Nägel an den richtigen Stellen meines Gedankengerüstes einschlagen.
  • dass ich mich mit Kindheitsfreunden über gemeinsame Erinnerungen auslassen und die Vergangenheit entspannt und humorvoll betrachten kann.
  • dass ich beim Puzzlen und Spielen mit meinem Mann und Freunden die Zeit vergessen darf und dabei lerne mit Anderen im Kleinen zusammenzuarbeiten. Dass wir ganz natürlich die Themen zwischen ernst und spaßig wechseln und offen sein dürfen, was unser Versagen, unsere Sorgen, aber auch Zukunftshoffnungen betrifft.
  • dass ich mit anderen Leuten gemeinsam etwas Gutes tun darf, für Menschen, die am unteren Limit leben und die Leben gerade erst wieder neu erlernen müssen.
  • dass Gottes Wort eine Basis ist, die bam – einfach mal das fröhlich-sentimentale Philosophieren außer Kraft setzt und Wahrheit beansprucht, erfrischend freie Wahrheit.
  • dass ich meine Zeit in persönliche Herzensanliegen stecken kann und andere Dinge dafür zeitweise zurückstelle. Was man als Prokrastination bezeichnen könnte, scheint in dem Fall vielmehr ein Konflikt zwischen Herzblut und Pflicht zu sein. Nicht nur angetrieben von dem Wunsch etwas zu bekommen, sondern von dem Wunsch, Gott und der Welt etwas zurückzugeben und dieses Etwas kontinuierlich zu verbessern.

Für welche Inspiration bist du dankbar?

Müssen wir alles verstehen, alles richtig einordnen, richtig priorisieren, um dankbar sein zu können? Ich glaube, der Weg zum Verstehen kann gepflastert sein mit Steinen der Dankbarkeit, die unser Herz auf das Verstehen vorbereiten und uns schwierige Strecken erleichtern.

„Macht euch keine Sorgen, sondern wendet euch in jeder Lage an Gott und bringt eure Bitten vor ihn. Tut es mit Dank für das, was er euch geschenkt hat. Dann wird der
Frieden Gottes, der alles menschliche Begreifen weit übersteigt, euer Denken und Wollen im Guten bewahren, geborgen in der Gemeinschaft mit Jesus Christus.“
Philipper 4, 6-7






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