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ANNsichtssache

Hochzeit Flashback: Momentaufnahmen

Hochzeit_
Heute möchte ich einen Rückblick auf unsere Hochzeit vornehmen. Ich orientiere mich dabei grob an dem Post von der Kitschautorin.

  • Schlaf vorher
    Ich glaube, die Erinnerung daran ist mir durch all die Erinnerungen an den Tag an sich abhanden gekommen. Mein Schlaf kann also nicht zu schlecht gewesen sein. Ich habe stattdessen schon Monate und Wochen vorher abenteuerliche Versionen der Trauung (oder wie sie verhindert wurde) geträumt. Der Abend vor der Hochzeit war voller Vorbereitungen, Dekorationen in der Kirche und der Generalprobe für die Trauung. Schließlich habe ich mich in die Badewanne gehauen und versucht den Kopf frei zu kriegen, aber da vorher ständig jemand etwas von mir wollte, hat mich das Phantomklingeln meines Handys ständig unterbrochen. ;)
  • Größter Nervositätspunkt
    Erstaunlicherweise war ich zum Aufsagen meines Trauversprechens innerlich ruhig, obwohl ich nicht gern vor vielen Leuten rede. Da war ich bei Vorträgen vor einem Viertel der Anzahl der Zuschauer schon sehr viel aufgeregter. Hatte wohl auch den Grund, dass es Worte waren, die mir wichtig waren, die ich ehrlich gemeint habe und die ich mehr meinem Mann versprechen wollte, als mit einer großen Rede zu glänzen. Also – nervös war ich, als ich mit dem Auto vor die Kirche gefahren wurde und von meinem Vati durch den Kirchengang geführt wurde. Keiner, außer meinem Fahrer, meiner Trauzeugin und der Friseuse, hatte mich an dem Tag bis dahin gesehen und die Erwartungshaltung hat mich teils unter Druck, teils in Vorfreude versetzt. Wo soll ich hinschauen, wenn mich alle anschauen und wie reagiert mein zukünftiger Mann auf mich und das sagenumwobene Kleid und … schaffe ich den Weg nach vorn ohne zu stolpern?
  • Wow!- und What?-Momente
    Da gab es vier Momente, wenn nicht noch mehr. Der erste Moment kam, als Freunde von mir uns die Hochzeitszeitung überreichten, die sie wundervoll zusammengestellt hatten! Ich hatte vorher an vieles gedacht, aber eine mögliche Zeitung hatte ich gar nicht im Blick gehabt. Der zweite Moment war ein Tanz, den meine Schwägerinnen begannen. Erst dachten wir – okay, sie tanzen uns zu zweit etwas vor. Bis dann nach ein paar Momenten plötzlich Leute von ihren Stühlen aufstanden und sich zu ihnen gesellten – Gäste, die sich an dem Abend teilweise das erste Mal sahen. Da hat es in meinem Kopf ziemlich gerattert, wie sie den Flashmob geprobt haben und mich ziemlich gerührt, welche Mühe dort reingesteckt wurde! Der dritte Moment war während unseres Hochzeitstanzes. Wir waren ganz gut in unserer Schrittfolge drin und konnten nicht sehen, was hinter uns abging. Plötzlich gab es einen Knall und rote Blütenblätter rieselten auf uns herab. Eine Schrecksekunde und wir haben versucht uns in unserem Tanz nicht verunsichern zu lassen. ;) Zuletzt war es ein total beeindruckender Moment, als wir nach draußen geführt wurden, sahen und hörten, dass für uns ein Feuerwerk und ein brennendes Herz mit dramatischer Filmmusik aufgebaut worden war. In diesen Minuten war ich einfach nur hin und weg. Ich habe mir als Jugendliche oft Gedanken gemacht, ob ich jemals einen Mann abkriegen werde und nun stand ich da und wusste einfach nicht, womit ich so etwas Schönes verdient hatte. Wow.
  • Der Pastor und die Standesbeamtin
    Bei unserer standesamtlichen Hochzeit hatten wir das Glück, dass unsere Standesbeamtin sich vorher bei uns nach unserer Paargeschichte informiert hatte und sich viel Zeit für ihre wirklich guten Worte nahm. Ich hatte das Gefühl, dass sie unsere besondere halbe Stunde als solche wertgeschätzt und nicht als eine von vielen betrachtet hat. Und das ist, denke ich, auch die Kunst dabei. Ihre Rede musste ich mir im Nachhinein auch nochmal ansehen, weil ich vieles wieder vergessen hatte.
    Unser Pastor hat seine Sache ebenfalls super gemacht. Bei unseren Proben hatten wir viel Spaß, wenn wir mit Babystuhl und anderen Requisiten improvisieren mussten. Auch war es eine Herausforderung, den Satz „…, du bist jetzt, …’s Mann, äh, Frau“ in der richtigen Sinnhaftigkeit zu formulieren, denn das war in der Probe mal schiefgegangen. Ich musste selbst bei der Trauung daran denken. ;)
  • Schönster Moment
    Na gut, um noch einen schönen Moment zu nennen: das Anstecken der Ringe, ohne dass wir wie im Standesamt Creme dafür benötigen. Hihi.
  • Rührendster Moment
    Neben den schönen und rührenden Momenten, die ich schon genannt habe, waren für mich auch die lieben und lustigen Videos von Freunden und Verwandten eine rührende Überraschung. Sie hatten Kinderbilder zusammengestellt und Erinnerungen an früher gesammelt. So etwas macht so eine Feier einfach besonders, wenn vielleicht auch nicht für alle Gäste, dann aber umso mehr für das Brautpaar und die Leute, die sie schon länger kennen.
    Im Standesamt war ich total von unserem Einzugslied gerührt. „Inevitable“ von Anberlin ließ mir schon fast zu Beginn der Trauung die Tränen in die Augen steigen.
  • Ungewöhnlichster Moment
    Als ich meine Schuhe unter dem Brautkleid ausziehen konnte, yeah. Und als ich bemerken musste, dass ich sehr anziehend auf Fliegen wirkte. Denn unter meinen Brautkleidstufen hatten sich einige Fliegen verflogen und verfangen und hatten nicht vor, so schnell wieder zu gehen. Ungeladene Gäste, die ich dann restlos erst durch die Nachreinigung des Kleides beseitigen konnte.
  • Die Fotografen
    Wir hatten mehrere Leute, die uns mit Foto- und Videoaufnahmen unterstützten. Ständig vor der Linse zu sein, war anfangs ungewohnt. Beim Shooting war ich ziemlich emotional, konnte mich dann aber glücklicherweise wieder fangen und es wurden romantische und witzige Schnappschüsse. Nur die Fotos mit den einzelnen Gästen gingen etwas unter – wer von euch noch heiratet, sollte darauf unbedingt achten. Aber es ist einfach total schwierig, alle Vorhaben samt Fotoshooting in einen Hochzeitstag zu quetschen, irgendwo muss man Abstriche machen.
  • Die Location
    Unsere Location war klein, aber fein und zudem sehr lichtdurchflutet. Nicht festlich im eigentlichen Sinne, aber mit Unterstützung unserer Helfer und monatelanger Dekoplanung (ja, ich habe mir zu viele Gedanken gemacht!) konnten wir den Raum tatsächlich ein wenig verwandeln. Mir war es wichtig, dass die Dekoration farblich nicht knallt, sondern eher pastellig und edel gehalten wird. Wir sind noch recht jung, aber Stil und Minimalismus sind mir auch wichtig. Den Fehler, Einladung und Location zu überladen, wollte ich nicht machen. Mir persönlich und vielen Gästen hat es gefallen, was mich sehr gefreut hat. Letztlich war das Farbschema rosa-grau-weiß und unser Logo und dessen Elemente habe ich immer wieder aufgegriffen. Weiße Kerzen auf Baumstammscheiben sorgten abends für Licht, zusammen mit farbigen Wandstrahlern und Lichtertüten. Bei solchem Schnickschnack für’s Drumherum muss man aufpassen, denn gerade Basics der Dekoration können in Hochzeitsfachläden vergleichsweise viel kosten. Wenn sich da Do-it-yourself-Alternativen anbieten, sollte man zu denen greifen. Immerhin waren die Lichtertüten stabil, sodass ich sie auch jetzt noch verwenden kann.

Das als kleiner Rückblick.
Eine schöne weitere Weihnachtszeit und viele schöne Erinnerungen an die Hochzeiten, auf denen ihr noch tanzen dürft!






2 Comments

  1. Ich freue mich, dass es dir gefallen hat.
    Ich selber würde es vermutlich nicht so aufwendig halten. Bei meiner Standesamtlichen gab es nur ein bisschen Sekt vorm Standesamt, ein paar Profifotos und ein schönes Essen beim Mexikaner, fertig. Ursprünglich wollte ich ja nicht mal ein weißes Kleid kaufen, aber dazu hat mich mein Mann dann überredet. Mein Kleid ist auch nicht bodenlang, damit ich darin gut laufen kann.
    Was für eine kirchliche Trauung hattet ihr? Mein Mann und ich wollen das ökumenisch machen. Er ist Katholik, ich Lutheranerin. (Das wird sehr lustig, meine Familie ist atheistisch und seine erzkatholisch…)

    Vielen Dank auf jeden Fall für den schönen Bericht.

  2. Danke, gerne! Das versteh ich, da hat jeder andere Vorstellungen. Ich kenne Paare, die im ganz kleinen Kreis ihre standesamtliche Trauung hatten, auch ohne Feier, und welche, die erstmal nur diese feiern und dafür aufwändiger. Bei uns war es ein schönes Extra und wir waren mit der Familie noch essen. Ich hatte auch nur ein kurzes, nicht weißes Kleid dafür – bei der kirchlichen war das dann sehr viel aufwändiger. :) Fände ich sonst auch redundant, wenn man beide Trauungen hat. Krass, das ist bestimmt nicht einfach, wenn ihr so unterschiedlich erzogen wurdet. Wie man seinen Glauben lebt, bleibt einem ja selbst überlassen, aber wenn da Verwandtschaft und kirchliche Bindung dran hängt, wird es wahrscheinlich schwieriger. Wir sind freikirchlich und haben uns von unserem Pastor in einer „richtigen“, gemieteten Kirche trauen lassen. Das war ein guter Kompromiss für alle Anwesenden, wie ich fand.

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