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#bewusst produktiv: Ansporn & Motivation zu zweit

 

Oh Mann, es hat mich erwischt. Da stand ich im Fahrstuhl und musterte mich in der Spiegelwand, nur um festzustellen, dass irgendetwas nicht stimmte.

Mh, lag es am Winter oder daran, dass ich seit meiner Hochzeit die gleichen Portionsgrößen wie mein Mann gegessen habe? Oder war es der krasse Gegensatz von einem durchsportelten Hochzeitssommer zu einem Herbst und Winter, der mit Flitterwochen ohne kalorische Reue begann und in Monate fehlenden Sportprogramms mündete?

Es war wohl von allem etwas. Fakt ist: mich hat das klischeehafte Zunehmen nach der Hochzeit dezent geschockt, zumal es so schleichend vorbeischaute. Als bei der Hochzeit noch das „Hebt eure Arme für Braut oder Bräutigam-Spiel“ gespielt wurde, mit der Frage, wer nach der Hochzeit mehr zunimmt, habe ich noch trotzig und siegessicher die Männerhand gehoben. Aber ich zweifelte diese Annahme insgeheim schon an, als unser Flitterhotel jeden Abend seine All-you-can-eat-within-two-hours Eistruhe öffnete und bekam den Angstschweiß zu spüren, als ein erfahrener Vater uns schelmisch mit den Worten „In der Ehe nimmt man zu, das ist wie ein Gesetz! Ich weiß auch nicht, woran das liegt.“ zuzwinkerte.

Nun gut. Jetzt lautet die kurze und schmerzhafte Konsequenz: Krieg den Hintern hoch! Und wie geht das am besten? Ich finde, durch verbindliche Rechenschaft und Motivation. Vielleicht gibt es unter meinen Lesern ja ein paar ebenfalls deprimierte Menschen, die wissen, dass ihre Figur nicht ihre innere Verfassung widerspiegelt und deshalb herausgefordert werden soll. Für euch habe ich heute ein simples Prinzip, das am besten mit Partner, Freund, WG-Mitbewohner o.ä. funktioniert. Und das sich auf verschiedene Ziele, die von Prokrastination betroffen sein können, anwenden lässt. Zugegeben mit etwas gedanklicher Verrenkung, aber versucht es mal!

Ich rede von gegenseitigem Anspornen, indem die Leistung des Einen Konsequenzen für die des Anderen hat.

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Angewandt auf meine Situation sieht das so aus:

  • Mein Mann möchte seine Abschlussarbeit fertig schreiben. (Get that work done!)
  • Ich möchte Sport machen und abnehmen. (Work out!)

Das Dilemma, vor dem wir beide stehen, ist der hohe Anspruch, die Dringlichkeit und die Alternativen, die uns von unseren Zielen ablenken wollen.

Deshalb habe ich eine Kausalität zwischen beiden Zielen hergestellt:

  • 1. Was will ich? Ich will, dass mein Mann weniger prokrastiniert, damit er seine Abschlussarbeit, die bereits mit Abgabedatum angemeldet ist, rechtzeitig und gut beendet.
  • 2. Was will er? Er will, dass ich im Sommer neben ihm eine gute Figur mache und fit bin.

Die Lösung: Mein Mann stoppt die Zeit, die er täglich für seine Abschlussarbeit verwendet. Wenn wir von normalerweise 0 Minuten ausgehen, sind 2 Stunden schon eine starke Steigerung (mühsam nährt sich das Eichhörnchen), deshalb ist es auch nicht allzu unrealistisch, wenn ich von diesen 2 Stunden 15 % berechne und diese Zeit am Abend als Workout absolviere. Ich suche mir dann ein zeitlich abgestimmtes Workout auf YouTube heraus und bin danach zufrieden, dass ich mein Soll geschafft habe, gleichzeitig freue ich mich mit meinem Mann über seinen Erfolg. Während er abends etwas Freizeit hat, motiviert ihn das Erreichen seines und meines Solls tagsüber.

Nach den ersten Tagen hatte ich nun ziemlichen Muskelkater, deshalb kam das Pfingstwochenende gerade recht. Da mein Mann da nicht gearbeitet hat, habe ich auch keinen Sport gemacht. Jetzt geht es weiter und die Rechenschaft abzulegen hilft mir sehr dabei!

bewusst produktiv Partner zum Ansporn
Verzeiht mir die Klischeefarben. ;)

Auf welche Situationen lässt sich diese Art der Lösung übertragen?

  • 1. Person A und Person B gehen eine Art sozialen Vertrag ein.
  • 2. Beiden liegt etwas am Wohlergehen und Erfolg des anderen.
  • 3. Beide brauchen einen Partner, der sie für ihre Zielverfolgung motiviert.
  • 4. Bestenfalls versprechen sich beide Partner vom Erfolg des anderen einen Vorteil. (In unserem Fall zum Beispiel mehr Attraktivität durch Sport und mehr gemeinsame Zeit durch mehr Arbeitsdisziplin.)

Ein konkretes anderes Beispiel zu finden, war gar nicht so einfach. Hier noch eins, bei dem es um die Zielerreichung von einem Elternpaar geht. Sie wünscht sich, dass sie in der Erziehung der Kinder entlastet wird und neue Erfahrungen jenseits der Hausarbeit machen kann. Er wünscht sich mehr Zeit mit der Familie bzw. seinen Kindern. Er wünscht ihr die Möglichkeit, einen Nebenjob anzunehmen – sie möchte das ebenfalls, vor allem, weil sie die Nebeneinkunft und Selbstfindung dabei reizt. Sie wünscht ihm wiederum, dass er nur noch in Teilzeit arbeiten muss und dafür mehr Zeit mit den Kindern verbringen kann. Er verspricht sich davon die Verbesserung seiner Beziehung zu den Kindern.

bewusst produktiv Ansporn Familie

Wenn dir das Beispiel zu sehr an den Haaren herbeigezogen erscheint, überleg dir einfach, was auf dein Leben anwendbar ist. Schreib mir gern mal in die Kommentare, wie du die Menschen, die dir wichtig sind, zum Umsetzen ihrer Ziele anspornst und wie sie es für dich tun! Oder bist du eher ein Einzelkämpfer?

Eine gute Woche! :)

Klecks Anne

 

 

 

 

 

 

PS: Ich habe jetzt schon ein tolles Geburtstagsgeschenk bekommen, nämlich den Aquarellkasten von Schmincke. Ganz schön genial, die Farben, und ganz schön teuer. Ich werd versuchen, sparsam damit umzugehen, aber ich möchte auch unbedingt endlich damit herumexperimentieren. Die ersten Striche und Kleckse habt ihr in diesem Post schonmal gesehen. ;D

2 Comments

  1. Hi Anne, das klingt voll gut sich gegenseitig anzuspornen! Zu zweit geht vieles leichter. Mich alleine zum Sport zu motivieren klappt einfach gar nicht. :D Ich wünsch dir viel Motivation und Erfolg! :)
    Lg Friede

    1. Nicht nur zum Sport, das gilt für vieles! :) Ich arbeite zum Beispiel gerade mit einem Kumpel am Aufbau eines Selbstverlags und auch da hilft es sehr, wenn man nicht allein unterwegs ist. Danke dir! :D Grüßel

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