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ANNgetippt: How to Kleidertauschparty!

 

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Da saß ich auf dem Hocker in der engen Umkleidekabine und wartete. Und wartete. „Bist du soweit?“ – „Noch nicht.“ Ein anderes Mal das selbe Spiel. „Hast du die erste Hose jetzt an?“ Die Kabine öffnet sich, mein Mann trägt seine alte Hose. „Nee, die sah nicht gut aus.“ Wieder einmal stehen wir mit drei verschiedenen Jeans im Laden und die große Frage steht mit uns im Raum: Wird eine dieser Hosen es überhaupt auf die Ladentheke schaffen?

Wenn es ums Shoppen geht, bin ich ein gebranntes Kind. So gern ich mich manchmal von Shopping Queen berieseln lasse (zur Zeit bleibe ich eisern bei meiner Abschlussarbeit!), so ungern lass ich mich durch das Gewusel der Einkaufszentren treiben. Oder sagen wir, ich mag es nicht, unter Druck der Begleitung anderer einkaufen zu gehen, weil ich bei den Spiegeln der Umkleidekabinen nur verlieren kann, weil meine Füße garantiert eher weh tun als die der anderen und weil ich mich zu Käufen hinreißen lasse, die ich im Nachhinein bereue. True story. Naja, fast. :)

Witzigerweise bin ich also die, die bei Shoppingtouren öfter mal auf meinen männlichen Gegenpart warten muss und schnelle, logische Entscheidungen trifft. „Die Hose ist günstiger, sitzt besser und du hast noch keine in der Farbe. Nimm sie!!“ Wenn mir dann der Stempel „du Frau, die gerne und viel shoppen geht“ vorurteilsbehaftet aufgedrückt wird, kann schon mal ein kleiner Seitenhieb meinerseits folgen.

Abgesehen von den Vor- und Nachteilen vom Onlineshopping, wurde ich vor etwa einem Jahr von einer kostenfreien, umwelt- und menschenfreundlichen Art des Kleidererwerbs angesteckt: der Kleidertauschparty! In diesem Wort steckt mehr Party als in der Kohlensäure der servierten Cola, aber das macht gar nichts. Ich werde hier mal kurz und knackig beschreiben, was dieses Event ausmacht.

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Eine Kleidertauschparty ist ein Treffen von Mädels (oder Jungs …?), bei dem getragene oder ungetragene Klamotten, die noch gut sind, untereinander verschenkt werden.

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Jede Teilnehmerin durchforstet ihren Kleiderschrank nach Klamotten, die sie ihrer besten Freundin guten Gewissens anvertrauen würde, die sie aber selbst nicht mehr braucht. Das kann verschiedene Gründe haben:

  • Sie erinnern sie an unschöne Lebensabschnitte.

  • Sie passen nicht mehr.

  • Sie haben nie gepasst oder gefallen und waren nur Hüter des Schrankes.

  • Sie gefallen, sind aber langweilig geworden.

  • Sie gefallen, wurden aber durch neu gekaufte Teile ersetzt und müssen deshalb Platz machen.

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  • sämtliche Oberbekleidung von Tops, T-Shirts, Pullovern über Hosen, Kleider und Jacken

  • Schuhe

  • Schmuck

  • Accessoires, Schals, Tücher

  • Make-Up

Als Richtwert sollten mindestens fünf Sachen mitgebracht werden, damit Geben und Nehmen ausgeglichen sind. Das kannst du natürlich auch anpassen.

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Natürlich ist die Voraussetzung für solch ein Treffen, dass es Mädels in deinem Bekannten- und Freundeskreis gibt, die eine ähnliche Konfektionsgröße haben. Damit sich niemand ausgeschlossen fühlt, kannst du deshalb ruhig an viele verschiedene Mädels eine Einladung bzw. zur Terminfindung eine Doodle-Umfrage schicken. Habt ihr euch auf einen Termin geeinigt, gibst du die Informationen weiter, organisierst ein ausreichend großes Wohnzimmer o.ä. mit Ausweichzimmer zum Umziehen inklusive großem Spiegel und für die gute Laune ein paar Snacks und Getränke. Sind alle Mädels anwesend, könnt ihr thematische Stapel bilden. Es finden sich dann also Stapel für Hosen, Röcke, T-Shirts etc.

Ich finde es schön, wenn man zu Beginn eine Runde eröffnet, in der jede ein Mitbringsel (oder das Lieblingsteil) vorstellt und eine kurze Anekdote o.ä. darüber erzählt. Manchmal ist es nicht leicht, sich von einem Kleidungsstück tatsächlich zu trennen und ich finde, die anderen dürfen wissen, dass man ihnen seinen Schatz anvertraut. :)

Ist die Runde abgeschlossen, darf sich das Rudel auf die Beute stürzen jede Teilnehmerin beliebig viele Klamotten aussuchen und anprobieren. Wichtig ist dabei natürlich, dass nicht eine alles auf einmal nimmt und die anderen nicht dazu kommen, etwas für sich auszusuchen.

Zum Schluss sollten alle von der Kleidertauschparty profitiert haben:

  • Entweder sie sind Klamotten losgeworden, die sie abgeben wollten,

  • oder sie haben neue, schöne Klamotten geschenkt bekommen

  • oder wiederum können sie ihre schönen Klamotten wieder mitnehmen, weil sie niemand haben wollte

  • … oder sie hatten einfach eine schöne Zeit mit alten und neuen Bekannten und Freunden. :)

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Bleiben Klamotten übrig, und das kann auf jeden Fall der Fall sein, da sich Geschmäcker und Größen natürlich unterscheiden, können unschöne Klamotten guten Gewissens weggeschmissen werden. Sind dagegen noch Teile dabei, die Nichtanwesenden auf jeden Fall passen und gefallen würden, gibt es immer noch Möglichkeiten wie die Altkleidersammlung, Spenden für Flüchtlinge oder Verkauf im Internet oder auf einem Flohmarkt. Wenn es dafür auch noch einen Erlös gibt, kann der, wie meine liebe Bloggerkollegin Friede neulich vorgemacht hat, an Hilfsorganisationen gespendet werden.

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Alles in Allem finde ich, ist das eine super Sache. Der Kleiderschrank wird leerer (und vielleicht auch wieder mal sortiert), aber danach auch wieder aufgewertet. Und wir leben mit solch einem Event eine Kultur des Gebens und Unterstützens, wie es die christliche Urgemeinde getan hat.

Wart ihr schonmal bei einer Kleidertauschparty und wie steht ihr zum Thema Shoppen und Kleiderverwertung?

Klecks Anne

4 Comments

  1. Ha- ein mega cooler Artikel!!!
    Guess what- meine Freundin und ich wollten letzten Herbst so eine Kleidertausch-Party planen.
    Leider haben wir es nicht umgesetzt. Aber du erinnerst mich wieder daran :)
    Ich selbst war noch nie auf so einer Party und in meiner Umgebung hab ich nie davon gehört.
    Durch eine Zeitschrift bin ich darauf gekommen. Ich finde die Idee super!

  2. Was für eine gute Idee! Meine Cousine, Schwester und ich haben buchstäblich vorgestern wieder darüber geredet, dass wir auch endlich mal eine Kleidertauschparty machen müssen! :) Gestern waren meine Schwester und ich auch im Second Hand Laden. Ich find deinen Hinweis auf die Urgemeinde und die Kultur des Gebens und Unterstützens richtig gut – man hat nicht nur mega Spaß zusammen, sondern lebt auch nachhaltig und bekommt neue Klamotten, ohne ausbeuterische Bekleidungsfirmen zu unterstützen! Love it! :) <3 Und vielen Dank für die Erwähnung :) hab mich schrecklich gefreut! :)

    1. Echt witzig :D Probiert das ruhig mal aus!
      Ja, ich finde halt, dass die Kultur der Urgemeinde echt vorbildlich ist, aber doch weniger gelebt wird. Aber neulich wurde ich da echt beschenkt, da hat jemand einfach mehrere Kisten Klamotten aus seinem Laden in den Gottesdienst mitgebracht und verschenkt :o
      Na klar, das war die Erwähnung wert. lg! :)

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