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Grow old, party young!

birthday balloon

Ich mag Geburtstage. Sie glitzern und funkeln und irgendwie strahlen die Farben stärker als sonst.

Eigentlich ist das schon merkwürdig, immerhin hat sich ein Jahr mehr zu mir gesellt „and with more years comes more responsibility“ oder so ähnlich. Inzwischen nähere ich mich sehr stark den Mittzwanzigern an und merke das auch an verschiedenen Dingen. Auch, was meinen Blog betrifft. Als ich noch achtzehn war und flippig-aufgeregt in mein erstes Semester gestartet bin, da klang auch meine Schriftsprache anders. Nicht dass ich jemals das aufgedreht-quietschige Fangirl war, aber zumindest in meinem Kopf war ich das … manchmal. Und jetzt? Wie es in der ehemaligen Fußballhymne heißt „Zeit, dass sich was dreht“ – es hat sich was gedreht in mir, meiner Selbstwahrnehmung und der Wahrnehmung von der Welt. Ich fühle mich irgendwie reifer, aber kann dieses Gefühl nicht mit einem bestimmten Alter synchronisieren.

Manchmal vermisse ich die lustige Leichtigkeit der Vergangenheit. Verrückte Ideen, Ausprobieren, Tortenschlachten, Überraschungen planen. Tun, als ob. Für meine Kindergeburtstage habe ich oft dicke Spielekarteien gewälzt, um auf neue Ideen zu kommen. Ich habe Schnitzeljagden geplant und Schatzsuchen organisiert. Ob Topfschlagen, „Werwolf“ oder „Wer bin ich?“ – Geburtstage hatten von der Kindheit bis heute etwas besonderes.

Ich bin Generation Y und ich bin noch nicht völlig erwachsen. Wenn erwachsen heißt, dass man um den Tisch sitzt, Klatsch und Tratsch erzählt und Kuchen kredenzt. Das hat alles seine Zeit und Menschen, die es bevorzugen. Aber hier und jetzt möchte ich noch ein Stück weit Kind sein, an den Tagen, die mein Alter offiziell verändern. Also habe ich dieses Jahr die Kinderzeitschriften, die ich für meine Abschlussarbeit brauchte, meinen Gästen zum Fraß vorgeworfen. Und meine Annahme war, dass sie sie kurz beschnuppern und dann links liegen lassen würden. (Bitte verzeiht die animalische Analogie.) Die Realität? Ob Spongebob, Micky Maus, Mia and me oder Sorgenfresser, kein Extra blieb unangetastet. Als ich am nächsten Morgen aufräumte, stellte ich fest, dass alles ausgepackt war, das man hätte auspacken können. Von der ungestimmten Plastikgitarre (die am Ende des Abends saubere Töne von sich gab) über die Alphabet-Eisenbahn bis zum Glitzernagellack. Der kam übrigens nachts noch zum Einsatz.

Birthday Fun

Warum dieser Post? Eigentlich möchte ich heute nur zu ein bisschen mehr Feierfreudigkeit und Kindsein ermutigen! Klar, es macht Aufwand etwas zu organisieren. Einen Termin finden, die Gäste einladen, das Essen planen und einkaufen, backen und kochen, genügend Sitzmöglichkeiten zusammenkratzen und Musik und Programmideen überlegen. Aber es lohnt sich! Wie oft ist der Job oder die persönliche Liste an Aufgaben so lang und nachdem sie geschafft ist, sind die Erinnerungen daran wie verblasst. Oder geht es nur mir so? Im Alltag Erinnerungen zu schaffen, die anhalten und verbinden, das ist nicht immer einfach. Deshalb finde ich Feste feiern so gut! Ich liebe es, wenn sich unterschiedliche Menschen kennenlernen und Gemeinsamkeiten entdecken. Wenn jeder eine schöne Zeit hat, auch wenn ich nicht viel davon mitbekomme, weil ich als Organisator nicht überall dabei sein kann. Wenn Gemeinschaft einen Flow entwickelt, braucht man nicht viel Alkohol, damit es gut wird.

Kurz:

  • Es werden Erinnerungen geschaffen.

  • Menschen lernen sich kennen.

  • Du lernst gute Organisation.

  • Du bekommst möglicherweise Hilfe von deinen Gästen und liebe Geschenke.

  • Als Gast nimmt man sich Zeit, um dem anderen eine Freude zu machen.

Der letzte Gedanke ist mir dabei besonders wichtig geworden. Es ist klar: Jeden Tag haben Menschen Geburtstag, es werden ständig neue Babys geboren. Aber jeder dieser Menschen ist ein Gedanke Gottes, der es wert ist, gefeiert zu werden. Wenigstens an einem Tag im Jahr können wir den einzelnen Menschen Respekt und Wertschätzung schenken und uns damit auseinandersetzen, wie wir ihnen eine Freude machen können. Ich weiß, dass das im Alltag leicht untergeht, weil es einfach nicht die gleiche Priorität hat wie dringende Deadlines etc.

Aber wollen wir gemeinsam lernen, es zu einer Priorität zu machen?

Und weil es mir gerade abschließend einfällt – ich habe an meinem Geburtstag vor allem drei schöne Erlebnisse gehabt. Eine Freundin hat Zeit mit mir verbracht, ich habe einen Anruf von einer anderen Freundin bekommen und eine tolle Geburtstagskarte im Briefkasten gehabt, die mich sehr aufgebaut hat! So einfach kann es sein und so einfach können wir anfangen. :)

Klecks Anne

18-05-16

PS: Weil mir meine beste Freundin von Booten und Meer erzählt hat, hab ich ihr zum Geburtstag diese Karte gemalt. :) Natürlich wieder mit meinem neuen Aquarellkasten von Schmincke.

2 Comments

  1. Anne, ich freue mich dass du einen schönen Geburtstag hattest! :) Find ich voll gut, dass du eine richtige Party organisiert und so gute Gemeinschaft hattest! ich hab seit Jahren keinen Geburtstag mehr gefeiert, vielleicht sollte ich das dieses Jahr mal machen. (Mal gucken, ob ich mich dazu durchringen kann. :) ) Erinnerungen begleiten einen immerhin ein ganzes Leben lang. :)
    Ich kenne das auch, dass sich mit der Zeit die Wahrnehmung verändert und zu beobachten wie man sich verändert, finde ich sehr spannend.
    Deine gemalte Karte ist richtig schön, da bekomme ich große Vorfreude auf meinen Urlaub!

    1. Danke, Friede :) Genau das meine ich, es gibt so viele junge Erwachsene, die nicht gern Geburtstag feiern und das dann nach so ’ner jahrelangen Pause wieder aufleben zu lassen ist wahrscheinlich gar nicht so einfach. Vielleicht klappt’s ja bei dir :)
      Urlaub klingt super ^-^ lg!

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