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How to: Camping & Urlaubskonservierung!

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Es ist Urlaub für den kleinen Geldbeutel, verbindet Menschen, atmet Natur und bietet eine Bühne für Situationskomik aller Art: Camping!

Ich habe diesen Sommer das erste Mal gecampt und habe es gleichzeitg als Rückzugsort und Freiheit erlebt. Was mir dabei aufgefallen und hängengeblieben ist und wie ich Erinnerungen an Urlaube gern konserviere, das kannst du hier lesen!

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1. Kein Internet

Der Aspekt, den ich zuvor als größte Herausforderung eingeschätzt hätte, war im Endeffekt der größte Segen: keinen Zugang zum Internet zu haben!

Vielleicht geht es dir auch manchmal so, dass du deine Internetroutine als belastend empfindest. Ständig online zu sein, kann stressen. Besonders, wenn Arbeit, Mails, Freizeit und Hobbys dabei so sehr vermischt werden und Bewegung und Natur eher ausgeklammert werden, wenn man nicht gerade Pokémon Go spielen geht.

Erstaunlicherweise war es für mich absolut kein Problem, diesen Cut zu machen. Die ersten 12 Stunden beschäftigte mich noch hin und wieder ein Gedanke an x und y im Netz, danach wurde das Signal immer schwächer und mich hat die Umgebung viel mehr fasziniert. All die Nachrichten, Profile und Angebote konnten sich mir nicht mehr aufdrängen (- ich meine nicht die Menschen hinter den Profilen).

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2. Natur pur

Beim Camping erlebt man die Natur und das Wetter hautnah. Ich konnte Ameisen, Amseln und supersüße Igel beobachten, die mit den Eichhörnchen um die Wette rannten, sich auf einen Meter Abstand herantrauten und mich für Minuten über die Schöpfung staunen ließen.

Die Schöpfung zu bestaunen ist für mich während dieser Tage auch der Hauptzugang zu Gott gewesen. Durch die vielen Medien, die mich umgeben, bin ich stark von dem geprägt, was ich konsumiere. Gott reiht sich für mich dort schnell zwischen YouTube, Blogs, Nachrichten, Büchern und Gesprächen ein. Wenn das alles ausbleibt, bleibe nur ich, meine Mitmenschen und die Natur. Und das, was ich schon über Gott weiß (oder zu wissen meine).

Die Beziehung mit ihm zu vertiefen, wenn alles still ist, finde ich nicht so einfach, um ehrlich zu sein. Wahrscheinlich auch, weil es ungewohnt ist. Ich habe diese Phase für mich als „Glauben im ruhigen Gewässer“ bezeichnet, ohne Dramatik und große Spannungen. Was mich dabei am meisten an Gott erinnert hat, waren die hochgewachsenen Bäume, die vom Wind bewegt wurden. Die Tiere, die ohne Scheu in den Tag hinein gelebt haben. Der Sand, der aus unglaublich vielen Körnern besteht und das Wasser, das sich in sanften Wellen bricht: Aber wie schwer sind für mich, Gott, deine Gedanken! Wie ist ihre Summe so groß! Wollte ich sie zählen, so wären sie mehr als der Sand: Am Ende bin ich noch immer bei dir.“ (Psalm 139,17 – 18)

Ja, auch wenn ich am anderen Ende der Welt auf einer winzigen Insel gewesen wäre, Gott wäre auch dort. Das ist ein Blick über den Tellerrand, den ich brauchte.

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3. Aktiv sein

Ob Schwimmen, Tischtennis, Spaziergänge, Frisbee, Inliner- und Radfahren oder analoge Spiele – es hat echt gut getan, sich zu bewegen und Abwechslung zu haben statt dem manchmal eintönigen Alltag nachzugehen. Das Schöne dabei ist, dass das alles Dinge sind, die man auf vielen Campingplätzen kostenlos oder gegen eine Mietgebühr relativ günstig machen kann.

Wenn nicht hier, wann dann kann man mal, ohne auf die Uhr schauen zu müssen, die Minigolfanlage so lang durchspielen, bis man mit dem Ergebnis zufrieden ist oder sich der Herausforderung stellen, endlich wieder sicher auf Inlinern zu fahren! (Das war für mich mein klitzekleines Erfolgserlebnis und lässt sich meiner Meinung nach auf viele andere Lebensbereiche übertragen, wo man sich irgendwie unsicher und wacklig vorkommt, aber dann die richtigen Kniffe lernt und sicher wird.)

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4. Lesen und Nachdenken

Ich habe nicht komplett mediengefastet. Allein schon, weil meinen Mann und mich die Turner bei Olympia so fasziniert haben, lief der Fernseher immer mal. Daneben haben wir aber auch viel Zeit mit Lesen verbracht. Ich habe mich viel mit Produktivität und Lebenszielen beschäftigt, Listen gemacht und Ideen aufgeschrieben. Der Urlaub sollte nicht nur eine Auszeit sein, sondern mich auch für mehr Aktivität danach fit machen. Obwohl wir als Paar zusammen im Urlaub waren, haben wir auch Zeit allein verbracht und ich saß in der Sonne (auch mal ganz ohne tiefes Nachdenken, ich bin auch keine Philosophin und oft gab es einfach sehr witzige Situationen und Gespräche der angrenzenden Familien, sodass ich mich sowieso nicht konzentrieren konnte ;D), während mein Mann mit dem Rad durch die Gegend gekurvt ist.

Außerdem darf ich gerade den 12-Wochen-Kurs „Mit meiner Gabe dienen“ von Eddie Rasnake (rigatio) testen. Die erste Woche hatte jede Menge Stoff zum Nachdenken, Schreiben und Skizzieren. Eine Rezension zum Kurs gebe ich euch gern in den nächsten Monaten!

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5. Menschen sind menschlich

Was ich in unserer mediengeprägten Welt sehr entspannend fand, war die Authentizität der Leute. Klar, man muss mit wenig auskommen und Eitelkeit und Anspruch auf Luxus hat auf dem Campingplatz kaum Platz. Man begegnet Kindern und Rentnern und allen Altersgruppen dazwischen – unperfekt am Strand, zerzaust und ungeschminkt am Morgen.

Keine Ahnung, was die Leute in ihrem echten Leben machen oder welche Rollen sie ausfüllen. Auf dem Campingplatz waren sie Nachbarn, Gleichgesinnte, Familien, hilfsbereit und ausgelassen, genervt und kindisch. Alles das. I like – eine gute Therapie für eine aufgemotzte und gefilterte Welt!

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6. Weniger ist mehr

Es ist so schön, mit wenig Dingen auszukommen! Mein Mann und ich haben an einem Tag darüber philosophiert, wie viele Sachen eigentlich „wenig“ oder „minimalistisch“ sind, weil wir das von uns im Vergleich zu anderen echten Minimalisten wirklich nicht behaupten können.

Aber im Vergleich zum Alltag, in dem man so viele Dinge besitzt, die eigentlich kaum oder nur sehr selten verwendet werden, war es ein tolles Gefühl, mit ein paar Lebensmitteln, Klamotten, Kosmetik, Tellern und Besteck, Büchern und Spielen fast alles abgedeckt zu haben, was man braucht.


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Zum Schluss noch ein paar schnelle Ideen* zur Konservierung der Camping- oder Urlaubserinnerungen:

* ich denke, einige davon sind euch sowieso bekannt oder geläufig :)

  • Schreibe ein Urlaubstagebuch, indem du täglich kurz zusammenfasst, was du gemacht hast oder was dir für Gedanken gekommen sind.
  • Notiere dir gute Verhaltensweisen und Aktivitäten, die du auch in deinen normalen Alltag integrieren kannst.
  • Halte Kontakt zu Leuten, die du im Urlaub kennengelernt hast (falls) – muss ja nicht über Facebook oder Whatsapp sein, Brieffreundschaften waren früher eigentlich auch ganz cool. ;) Vielleicht klappt’s ja?!
  • Überlege dir, wie du ein Nachrichten- oder Social Media-Fasten umsetzen kannst, das dich nicht komplett von der Welt abschneidet, dir aber auch nicht wertvolle Zeit für das Wesentliche stiehlt. (Mehr dazu in „Die 4-Stunden-Woche“ von Timothy Ferris, mit dem ich nicht alle Ansichten teile.)
  • Sortiere deine Urlaubsbilder, bearbeite die, die es gut vertragen können und wenn du Zeit, Geld und Muße dafür hast, druck sie in der Drogerie aus und lege ein Fotoalbum an. Das geht eigentlich ganz einfach und du kannst im Scrapbook-Stil Eintrittskarten, Rechnungen und Fundstücke mit einkleben.

 

  • Lass die Erkenntnisse, Erlebnisse und Problemfelder, die dir im Urlaub aufgefallen sind, als Inspiration in die nächste Zeit einfließen. Hast du Mut in einer neuen Aktivität entwickelt, übertrage den auf andere Aufgaben. Sind dir Konfliktherde in deiner Beziehung aufgefallen, arbeite daran. Sind dir Menschen oder generelle Probleme aufgefallen, bewege sie weiter vor Gott und bete für sie. Wurden Themen in dir wachgerufen, blogge, schreibe oder rede darüber und lass andere daran teilhaben. :)

 

Ich hoffe, ich konnte dich wiederum ein wenig inspirieren. Vielleicht bist du selbst schon Campingprofi und willst deine Erfahrungen mit mir und den anderen Lesern teilen oder du möchtest es jetzt gern mal ausprobieren? Dann schreib gern einen Kommentar! :)

Klecks Anne

2 Comments

  1. Liebe Anne,
    das klingt nach einem tollen, entspannten Urlaub! Wie schön, dass du so schöne Dinge erleben und sehen konntest. Ich liebe es auch, im Urlaub in der Natur zu sein, sie zu beobachten und die Ruhe zu genießen. Ich finde deinen Tipp, Verhaltensweisen und Aktivitäten, die man im Urlaub macht, in den Alltag zuhause zu integrieren, sehr gut! Da haperts bei mir noch ein bisschen dran. :)

    1. Danke! :) Ja echt, das war richtig gut, mal von dem ganzen Trubel abzuschalten ♥
      Mh klar, das mit den Verhaltensweisen ist nicht so einfach & man hat ja auch nicht ständig Lust alles zu analysieren :D :) Aber gerade sowas wie mehr rausgehen, entspannter mit der To-Do-Liste umgehen, mehr lesen – ist relativ gut übertragbar. LG!

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