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ANNgetippt: Ein Film über Liebe & Berufung

 

Wenn momentan wieder öfter das Thema Liebe und Hochzeit auf meinem Blog erscheint, liegt das daran, dass ich mich wohl gerade in einer Lebensphase befinde, in der viele meiner Freunde und Bekannten heiraten und ich deshalb nicht nur Anteil an meiner eigenen Hochzeit, sondern auch ihrer bekomme. Gerade komme ich aus einem langen Hochzeitswochenende mit viel Vor- und Nachbereitung und konnte wieder einmal feststellen, dass die Planung einer Hochzeit ähnlich ist, wie die Ehe selbst – sie braucht Zuwendung, Geduld, Weisheit, Leute, die sich unterstützen und die Freude an den schönen Dingen und manchmal auch einfach am guten Willen.

 

Ein Pastor zum Verlieben


In der letzten Woche habe ich auf dem Blog ja schon die wichtigsten Lektionen unseres ersten Ehejahres aufgezählt – danke für euer Feedback! ♥ – heute möchte ich euch gern einen passenden Film zur Thematik empfehlen. Wie sehr er darin eintaucht, erfahrt ihr gleich!


Heavenly Match“ heißt er im Original – und spätestens bei der deutschen Titelübersetzung wird klar: „Ein Pastor zum Verlieben“ ist ein Film, der sich um die Liebe dreht – auf christlich. Nun gibt es, selbst unter Christen, oft eine gewisse Skepsis gegenüber christlichen Filmen.

Warum?

Mal liegt es vor allem an der leider schlechten Synchro der Schauspieler, dann wieder an der zu plakativen und klischeehaften Darstellung der christlichen Prototypen und ihrer „Message“. Wir sind Menschen, die aus ganz unterschiedlichen Hintergründen stammen. Klar gibt es Gemeinsamkeiten, aber das Schubladendenken kann auch übertrieben werden.

Ein guter Grund, nicht ganz unvoreingenommen in diesen Film zu gehen!

Nachdem ich ihn mir nun aber angeschaut habe, kann ich mit diesen zwei Vorurteilen – yey – tatsächlich aufräumen!

Die Synchronisation der Stimmen ist erstaunlich gut gelungen – angenehm ähnlich wie in größeren Produktionen, diese Investition hat sich gelohnt. Die Charaktere entsprechen nicht dem fiktiven 0815-Schema der zugeknöpften Christen, die zum Lachen in den Keller gehen. Sie sind charakterstark, „flippig“ (Really? Mir fällt kein besseres Wort ein!) und authentisch, weil sie mit echten Problemen kämpfen, nicht nur mit ihren Gefühlen.

Ein Pastor zum Verlieben“ ist eine Rom-Com, die nicht mit Humor geizt, aber die Liebe nicht schmalzig in den Himmel hebt, auch wenn man das beim Titel vermuten könnte. Der Film kann sowohl für Singles, frische Pärchen oder länger Verheiratete unterhaltsam sein und regt zu guten Gesprächen an.

Ein Pastor zum Verlieben

DIE STORY

Der Film dreht sich um eine junge Pastorin, die sich mitten in einer Sinnkrise befindet. Sie wurde von ihrem Beruf bisher nur enttäuscht, wird in ihrer aktuellen Stellung nicht ernst genommen und als Dienstbote und Kaffeekocher zweckentfremdet. Sie sehnt sich nach Anerkennung und hat es satt, regelmäßig neue Paare zu trauen und dabei selbst allein zu sein. Sätze wie „Ein nettes Mädchen wie Sie sollte längst verheiratet sein!“ lässt sicher nicht nur die Protagonistin mit den Augen rollen.

Es entwickeln sich im Laufe der Story drei wichtige Geschehnisse.

  • Zum Einen wird die Freundschaft zwischen Casey und ihrem Pastorenkollegen David gezeigt, die von klassischen Gefühlstornados des Popcornkinos durchzogen wird – natürlich im Rahmen der Moralvorstellungen, die ein als christlich gekennzeichneter Film wahren will.
  • Zum Anderen beschäftigt die zierliche, blonde Frau die Frage, ob die Gemeinde angesichts deren Misstrauen einer Pastorin gegenüber überhaupt noch ihr Platz ist und ob sie nicht lieber ein Jurastudium antreten sollte.
  • Und schließlich steht da die ungeklärte Frage nach den abnehmenden Spenden im Raum – lässt die Freude am Geben tatsächlich nach oder werden die Einnahmen manipuliert, um Casey aus ihrem Amt zu ekeln?

 

DIE MACHE

Der Film überzeugt durch seine weitgehend authentischen Szenen, die ich in christlichen Produktionen oft vermisse. Klar, es gibt vereinzelte Quietscheszenen, die die amerikanische „Wir übertreiben mal ein bisschen“-Attitüde nicht verbergen können. Die Hauptcharaktere sind aber vordergründig sympathisch und einfach normal.

Mir haben die Gedankenmonologe von Casey gefallen, mit denen sie ihre Lebenssituationen hinterfragt. Aber auch die Situationskomik, die stark von einer guten Prise Sarkasmus lebt, war mir gleich sympathisch. Das ist viel lebensnaher als eine total korrekte Darstellung, in der keine Persönlichkeit mitschwingt.

Ein Pastor zum Verlieben“ ist recht kurzweilig und unterhält durch seine verschiedenen Handlungsschwerpunkte. Man kann manchen Ausgang vielleicht erraten, aber nicht immer seinen Verlauf. Daneben gab es Handlungswendungen, die mich überrascht haben und bei denen ich das ein oder andere Tränchen in den Augen hatte.

Auf den Trailer würde ich nicht allzu viel geben. ;)

ZUM WEITERDENKEN

Der Film fordert nicht vordergründig das eigene Datingleben heraus. Er lebt dem Zuschauer auch vor, für seine Berufung aufzustehen und einen klaren Kurs zu fahren. Weißt du, wozu Gott dich berufen hat? Wofür schlägt dein Herz – oder wofür hat es mal geschlagen – gibst du diesen Lebensaspekt auf, wenn es gerade mal schwierig ist? Kannst du Spannungen aushalten? Kannst du schwierigen Menschen vergeben und die Befriedigung loslassen, sie vor anderen bloßzustellen?

Im Bonus-PDF zum Film werden u.a. die folgenden Fragen und Aufgaben gestellt:

  • Verletzungen aus der Vergangenheit können zu Ängsten vor der Zukunft führen. Mache dir Gedanken darüber, welche (Negativ-)Erfahrungen vielleicht heute noch deine Entscheidungen beeinflussen und bitte Gott darum, dir zu helfen damit umzugehen.

  • Wo hast du dich schon einmal für jemanden „verbogen“, also so verändert, dass du am Ende gar nicht mehr richtig du selbst warst? (Oder wen kennst du, der so etwas erlebt hat?) Was waren aus deiner Sicht die Ursachen dafür? Und welche Auswirkungen hatte das auf dich, auf dein Leben, auf andere?

  • Wie gehst du mit Schwächen, Schmerzen, dauerhaften Einschränkungen oder unlösbaren Situationen um? Wie leicht oder schwer fällt es dir, diese Dinge zu akzeptieren und Gott zu überlassen?

Die Hauptaussage des Films ist meiner Meinung nach:

Erinnere dich an Gottes Berufung für dich – oder frage ihn (neu) danach. Dann fülle sie treu aus und zeige dabei Mut und Selbstvertrauen – verlass dich nicht auf deinen Verstand, sondern sieh in allem Gottes Führung.


Der Film erscheint diesen Donnerstag, den 1. September, als DVD im SCM Verlag. Zusätzlich gibt es ein Bonus-PDF, das wie oben schon angedeutet, verschiedene Lektionen, passend zum Film, bearbeitet.

Wie findest du Filme in diesem Genre? Spricht dich das Thema Berufung an?

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