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3 Strategien für wertige Ideen

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Herzlich Willkommen im Blog-September!

Ich möchte den Monat damit beginnen, meinen Text zur #Blogparade von Gitte Härter (www.schreibnudel.de) beizutragen.

Und da es dabei um IDEEN geht – und deren Wert – habe ich eine Bitte an meine lieben LeserInnen: Ihr seid diejenigen, die meine Texte lesen und ich möchte euch gerne einen Mehrwert mitgeben, über den ihr gern nachdenkt und der euch vielleicht ein Stück weiter bringt auf eurem Weg.

Deshalb schreibt mir bitte anlässlich des heutigen Themas in die Kommentare, ob und welche Themen euch bewegen, welche Aspekte aus Medien, Beziehung, Persönlichkeit, Glaube und Kreativität ihr gerne mal auf meinem Blog lesen würdet! Damit würdet ihr mir einen großen Gefallen tun – und ich hoffe, ich euch auch. :) Danke!


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1. Multitasking für alle Sinne

RUMS. Eine Idee muss so richtig reinhauen. Muss sie?

Ich kenne diese Einfälle, bei denen ich hibbelig werde, weil ich absolut begeistert bin. Ah, das muss ich unbedingt umsetzen! Die kommen nicht immer mit einem RUMS, oft auch ganz im Nebenbei.

Während meiner Studienzeit habe ich einen Kalender entworfen, der aus verschiedenen Motiven bestand. Er sollte lustig sein, aber auch ein bisschen „tiefere“ Wahrheit vermitteln.

Als die Idee im Raum stand, wollte ich natürlich entsprechende Motive entwickeln. Weil zu der Zeit Vorlesungen zum festen Tagesprogramm gehörten, nutzte ich dafür die Zeit, die ich auf den hölzernen Klappstühlen der Hörsäle verbrachte. Hier war der ideale Ort, um etwas zu lernen und die abklingende Aufmerksamkeit ab Minute 45 mit einer anderen sinnvollen Tätigkeit auszugleichen: Zeichnen! In vielen Vorlesungen entstanden so Skizzen, die mal mehr, mal weniger sinnvoll waren.

Ob für den besagten Kalender, die Planung der Weihnachtsgeschenke, die Gliederung der nächsten Hausarbeit oder das Layout eines Posters für meinen Nebenjob – dieses Doodlen und Brainstormen von Ideen während des Zuhörens hat mir scheinbar einen ziemlichen Boost verliehen.

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Ich bin deshalb auch seit Längerem Verfechterin der Praxis, Langeweile (wo auch immer) produktiv zu nutzen, weil diese Situationen einen gedanklichen Freiraum innehaben, der irgendwie etwas Rebellisches an sich hat … Eigentlich … müsste ich jetzt zuhören, aber da es mich nicht wirklich interessiert, nutze ich die Zeit, um etwas anderes in diesem Zeitrahmen zu schaffen. Das muss ich gerade eigentlich nicht, aber ich kann so vorarbeiten, stressfrei.

Jetzt, da die Vorlesungen für mich vorbei sind, tendiere ich nach wie vor zum Multitasking über unterschiedliche Sinneskanäle, nur auf andere Weise. Das ist auch der Grund, warum ich Illustrations- oder Layout-Aufträge gerne erledige, während im Hintergrund ein Hörbuch läuft, jemand in eine Kamera spricht oder ich in einer Radiotalkshow oder Doku etwas lernen kann, ohne hinzusehen.

Das Ergebnis? Ich habe nicht nur den Auftrag erledigt und konnte mich körperlich voll darauf konzentrieren, ich habe auch noch etwas gelernt, gelacht oder wurde einfach unterhalten. Und das Beste: Schaue ich mir die Bilder später an, die in der Multitaskingzeit entstanden sind, kann ich oft noch Kerninhalte der Inhalte wiedergeben, die ich währenddessen gehört habe.

Dass diese Methode nicht für jeden funktioniert, ist mir aber klar! Ich teile mit euch heute einfach das, was bei mir funktioniert. Vielleicht überschneiden wir uns in manchen Bereichen, vielleicht auch nicht.


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2. Aufschieben für mehr Kreativität

Mein zweites Prinzip, Ideen zu generieren, ist Prokrastination, im positiven Sinne. Laut Adam Grant kann Prokrastination unsere Kreativität tatsächlich anregen, wenn sie richtig eingesetzt wird! Und ich erlebe das ganz praktisch, wenn ich mir zum Beispiel eine Aufgabe zu Beginn der Woche stelle, die ich bis Ende der Woche gelöst haben möchte. Sagen wir mal, ich bin auf der Suche nach einem Thema für den nächsten Blogpost oder brauche dringend eine Idee für das Geburtstagsgeschenk für eine Freundin.

Gerade, was Geschenke betrifft, bin ich ziemlich zwiegespalten. Wenn mir das ganze Jahr Zeit bleibt und ich aufmerksam durch die Welt gehe, dann fallen mir öfter mal coole Geschenke auf, die ich gleich mit jemand Bestimmtem assoziiere. Aber ich habe nicht jeden, den ich kenne, so durchgängig im Kopf, dass das immer funktioniert. Wenn ich dann unter Zeitdruck stehe und so gerne ein niedliches, originelles, kreatives Mitbringsel parat hätte … dann muss ich mir die Haare raufen, weil mir ohne YouTube, Pinterest und Co selbst einfach kaum etwas einfällt. Ein Grund, aus dem ich über Blogs Bauklötze staune, die DIY-Ideen wie am Schnürchen zu entwickeln scheinen.

Sorry, ohne mich. Aber ich lasse mich gern von euch inspirieren!

Zurück zum Thema. Setze ich mir die Aufgabe, bis zum Ende der Woche eine Geschenkidee zu entwickeln, dann gehe ich aufmerksam durch meinen Alltag, denke mal bewusst, mal unbewusster während des Einkaufs, Aufräumens, Kochens, in Gesprächen, … über das Thema nach und langsam entwickeln sich so Ideen, die ich auch umsetzen kann. Und ich liebe es, wenn eine Idee so Gestalt annimmt und pünktlich zu ihrer von mir gesetzten Deadline anfängt zu blühen!


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3. Dein Blick aufs Leben

Speziell aufs Schreiben bezogen, trainiere ich gerade das wilde Ideenspinnen, ohne mich viel Bewertung auszusetzen: Ich schreibe nach einer langen Pause wieder Tagebuch und skizziere Blogpostideen. Dabei sind mir vier Aspekte dieser Art der Ideenfindung aufgefallen, die ich kurz aufzählen möchte:

 

A. Der innere Kritiker ist manchmal so laut, wenn es darum geht, Ideen zu notieren und weiterzuspinnen. Besonders, wenn es um Texte geht, bei denen es ja im Endeffekt auch auf den Feinschliff ankommt, kräuseln sich mir manchmal die sprichwörtlichen Fußnägel nach oben, weil ich Bedenken bekomme, dass der Text nicht gut genug wird. Aber nun sage ich mir: Halt die Klappe und schreib einfach! :) Es wird nur geschrieben, wenn du schreibst. Du kannst es immer noch verbessern, du musst es nicht veröffentlichen, es trainiert deinen Schreibmuskel und deinen Mut!

Ich lektoriere ja gerade das Buch „Zaranas Geheimnis“ von Johannes Pfendt und auch da merke ich, dass es Mut kostet, einen fertigen Text an jemanden abzugeben, der daran Änderungen vornimmt und den Text dann rot durchlöchert zurückgibt. In dem Fall hat er es geschafft, diesen dicken Roman einfach zu schreiben und jetzt wird er immer besser, hoffe ich. Was also ist deine Geschichte?

B. Es gibt viele ungünstige Zeitpunkte, in denen sich die Ideen einfinden. Ist einfach so, oder? Die Dusche, das Bett, das Auto – da muss man gewappnet sein! Lass deine Ideen nicht verloren gehen, sondern versuche dich im Detail daran zu erinnern, sobald du Zettel und Stift oder Smartphone und Laptop in die Finger kriegst.

C. Lass mal über dich lachen. :) Nein, das ist nicht böse gemeint. Ich merke, dass ich meine Texte und Ideen nicht allzu wichtig und ernst nehmen darf, um sie beweglich zu halten. Ideen sind nicht in Stein gemeißelt, sobald sie den Mund oder die Finger verlassen. Manches ist Quatsch, anderes ist cool – du bist ein Mensch, von anderen Botschaften geprägt und fehlbar. Entspann dich!

D. Ich schaue ganz gern Vlogs von YouTubern an, die einen anderen Lebensstil haben als ich. Die zum Beispiel im Ausland unterwegs sind, ihr Familienleben zeigen oder die Zuschauer zu interessanten Hobbys mitnehmen. Das ist eine Möglichkeit, über meinen Tellerrand zu schauen. Die große Nachfrage nach diesen Inhalten, angefangen bei persönlichen Vlog-Kanälen und Blogs bis hin zu der US-Sendung „Keeping Up with the Kardashians“ zeigt, dass Ideen für Inhalte nicht neu sein müssen –

die Leute essen, schlafen, reden, das ist keine neue Erfindung. Neu ist, wie sie ihr Leben individuell anders leben, wie ihre Charaktere die Inhalte prägen, was ihre Aussage ist etc. Deine Lebenserfahrung ist interessant, weil Menschen sich gern vergleichen und weil wir voneinander im positiven Sinne lernen können. Ich finde das ziemlich bereichernd!

 

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Zum Schluss noch drei Stellschrauben:

  • Deine Ideen müssen nicht von Anfang an ausgereift sein. Lass sie liegen und arbeite daran!
  • Du musst deine Ideen nicht allein voranbringen. Manche Menschen sind richtig tolle Ideenproduzenten, aber andere sind besser dazu geeignet, sie auch umzusetzen.
  • Eine Idee, die sich heute zeitlich, finanziell oder anderweitig nicht umsetzen lässt, musst du nicht begraben. Ideen, die ich vor Jahren gesponnen habe, behalte ich latent im Hinterkopf – und wer weiß, vielleicht ist irgendwann die Zeit dafür gekommen, sie anzugehen.

In diesem Sinne wünsche ich dir tolle Ideen und den Mut sie (nicht immer, aber öfter) ernstzunehmen!

Schreib mir doch mal in die Kommentare, wie du zu Ideen kommst. :)

Klecks Anne

PS: Keine Werbung, nur meine persönliche Meinung – Ideeninspiration bekommt ihr aktuell wieder bei „Die Höhle der Löwen“, dienstags um 20.15 Uhr auf VOX. Ich schaue die Sendung echt gern. Wer sie nicht kennt: Es geht darin um Geschäftsideen-Pitches vor einer Jury von Investoren.

4 Comments

  1. Liebe Anne,
    das ist ein super Artikel! Ich liebe die Idee vom Schreibmuskel, der trainiert wird, da kann sich mein Perfektionismusdruck mal entspannen. :) Mir kommen Ideen für Blogbeiträge auch eher so nebenbei und spontan, die schreibe ich auf und denke dann eine Weile drüber nach und wie du schreibst, gehe ich dann mit offenen Augen durch die Welt und sammle Anregungen dafür. Heute war ich gerade in der Stadt, als ich einen Einfall hatte und habe schnell meinen Kalender rausgeholt und ihn notiert :)

  2. Hallo Anne!

    Bei mir ist es so, dass ich viel mehr Ideen spontan bekomme, seitdem ich ein geordnetes System für TODOs und Ideen implementiert habe. So schreibe ich alles, was mir in den Kopf kommt und Potential hat, direkt in die entsprechende App (meist Todoist; früher Trello) hinein und dann habe ich wieder „Platz“ für Neues.

    Diese Ideen sortiere ich dann meist Morgens nach dem Aufstehen in die entsprechenden Dokumente (Google Docs), um später daraus neue Inhalte machen zu können.

    Ich bin erstaunt wie gut das bei mir funktioniert und wie viele neuen Ideen so in einer Woche entstehen! Ich brauche eindeutig mehr Zeit ;-)

    LG,
    Kevin

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