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How to: Kommunikation & Interesse in der Ehe!

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Noch bevor mein heutiger Mann und ich offiziell ein Paar wurden, trafen wir uns oft zum Spazierengehen und haben dabei viele Ecken der Stadt entdeckt. Mehrere Monate sind wir einfach nur abends nebeneinanderher gelaufen, ohne Händchen zu halten, und haben uns von nichts ablenken lassen – nur geredet, erzählt, wie wir aufgewachsen sind, was wir denken und glauben, wie unser Tag war.


Wenn sich zwei Menschen kennenlernen und sympathisch sind, dann haben die beiden ein bisschen was von einem Rubbellos, das man Stück für Stück freilegt. Wer ist der Mensch hinter diesen Augen, wo kommt er her? Was hat ihn geprägt? Das ist natürlich spannend, besonders, wenn man im anderen das Potential zum Partner sieht. Und diese Kennenlernzeit gehört ja auch dazu, sie ist eben so einzigartig, weil man den anderen noch nicht eingängig kennengelernt hat.

Mit der Zeit hat man den anderen dann in seinem Kopf umrissen, weiß, was ihm wichtig ist und was seinen Charakter auszeichnet. Nun ist nicht mehr die Hauptaufgabe der Beziehung, den anderen kennenzulernen, sondern die Fläche, auf der beide Partner zusammenstehen, anzumalen. Dieses weiße Plateau mit Erlebnissen, Konflikten, Versöhnung und Plänen einzufärben.

Ich glaube, es ist eine herausfordernde Aufgabe, sich, wenn der Partner weniger interessant ist als am Anfang, nicht auf die gemeinsame Fläche zu konzentrieren. Wir Menschen suchen ständig nach neuen Aufgaben. Ist das Abi geschafft, geht es weiter mit Auslandsjahr oder Studium, Praktika, Hochzeit, Familie gründen, Haus bauen … Aber das Leben lässt sich nicht immer so einfach auf dem Reißbrett konzipieren. Manchmal ist die einzige sichere Komponente der Beziehung der Partner (und Gott, der die Beziehung trägt). Wenn wir das Interesse an unserem Partner verlieren, kann Einsamkeit in jede Beziehung und Ehe kommen – auch wenn das auf Singles manchmal etwas unglaubwürdig wirkt.

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Fünf Ideen, wie Kommunikation und Interesse am Partner weiter gelingen kann.

  • Ein Alltag, der sich voneinander unterscheidet (im Beruf, Ablauf, Ort), ist hilfreich, um den anderen nach seinen Erlebnissen und Perspektiven fragen zu können. Stell dir vor, du erlebst jeden Tag gemeinsam mit deinem Partner und ihr tut genau das selbe – das Interesse sinkt automatisch!
  • In einem turbulenten Alltag, der gemeinsam bestritten wird, kann es helfen, sich in unterschiedlichen Räumen oder Aufgabenbereichen aufzuhalten – wenn ihr zum Beispiel ein gemeinsames Unternehmen führt und sei es „nur“ eine Familie. Rückzugsorte aufzusuchen, nicht, weil der andere doof ist, sondern, um danach wieder bewusst zueinander finden zu können. Ich bin schon manchmal dem Irrglauben aufgesessen, dass möglichst viel Zeit zusammen die Qualität einer Beziehung massiv pusht. Aber ich habe erlebt, dass Monate zusammen mit meinem Mann, in denen jeder den Großteil der Zeit mit der Masterarbeit an seinem Laptop verbracht hat, nicht zielführend waren.

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  • Mein Mann und ich wissen inzwischen, was unsere Problemchen sind. Und zum Teil ist es so, dass wir in jeweils genau dem Bereich, in dem der andere ein Problem hat, selbst ganz gut dabei sind. Deshalb haben wir uns an einem Eheabend gegenseitig eine Stärke des anderen erzählt, von der wir selbst gern lernen würden. Dann haben wir so getan, als würden wir den anderen zu seiner Lebenseinstellung und -erfahrung interviewen. Das war ganz witzig, aber gleichzeitig auch total gut! Manchmal braucht es keinen ‚Motivational Speaker‘ oder Pastor auf der eigenen Couch, sondern es hilft schon, die Kompetenz des Partners zu erkennen und ihn dafür auch ein bisschen zu bewundern. :)
  • Wenn sich der Alltag so sehr in der Routine bewegt, dann fällt es mir manchmal schwer, daraus auszubrechen. Zum Beispiel habe ich keinen genialen Essensplan für die Woche, deshalb muss meistens etwas Halbherziges herhalten. Wenn ich mir dann aber mal bewusst ein Rezept aussuche, für das ich die Zutaten besorge und mir die Zeit zur Zubereitung nehme, dann ist das eine Wertschätzung für meinen Mann und uns beide als Paar, ich habe ja auch was davon. :D Zu zweit zu essen (und vielleicht kocht ihr ja auch gern zusammen?) kann der Beziehung und der Kommunikation echt gut tun. Daraus kann sich eine gute Routine entwickeln, in der man sich vom Tag etc. erzählt, oder es bleibt etwas besonderes, wenn das Paar ein Mal in der Woche schön zusammen isst.
  • Freiräume für andere Freundschaften zu lassen, gibt dem Partner Luft zum Atmen und zum Wachsen. Wenn man sowieso viel zu tun hat, neigt man als Paar vielleicht eher dazu, die verbleibende Zeit zu zweit zu verbringen. Das muss aber nicht der einzige richtige Weg sein. Die meisten Frauen und Männer brauchen auch Zeiten mit ihren Freundinnen und Kumpels und können dabei auf ganz andere Weise auftanken als mit dem Partner. Deshalb, auch wenn es in dieser vollen Woche gerade echt wehtut den anderen freizulassen, versucht es vielleicht trotzdem mal wieder. Es tut euch gut, es kommt bestimmt wieder eine neue Woche und Dankbarkeit ist Wasser für eure Wurzeln!

Ich hoffe, da war vielleicht der ein oder andere Impuls für eure Beziehung dabei! Neu sind die Ideen nicht, manchmal ist so eine Erinnerung einfach hilfreich. :)

Und ich lasse mich da auch gern von euren Erfahrungen inspirieren, weil die fünf Punkte auch nur Ansätze sind, um eine veränderte Beziehungssituation gut zu gestalten. Meine Frage also an euch: Wie findet ihr Zeit, Gespräche und Interesse füreinander, wenn gerade viel los ist und ihr eigentlich kaum Zeit füreinander aufbringen könnt?

(Ihr könnt gern automatisch mit eurem Kommentar unter diesem Blogpost bei der Verlosung vom Dienstag mitmachen. Schreibt es einfach kurz dazu. Ich verlose ein Exemplar von „Eine Million Meilen in tausend Jahren“ von Donald Miller.)

Klecks Anne

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