ANNgetippt / Fotografie und Gestaltung

Last Christmas, I gave you my Card …

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Oder wie ging das? ;)

Neben Plätzchen backen, Weihnachtsmarktbesuchen und Weihnachtsliedern im Radio versuche ich mich auch im letzten Monat dieses Jahres noch einmal auf die Jahresüberschüsse meiner Arbeit zu konzentrieren. Oder sagen wir, ich versuche Projekte zu beenden, meine Gedanken über das kommende Jahr in die richtigen Bahnen zu lenken und mich um die Metaebene zu kümmern. Mit der Insta Portrait-Challenge lerne ich Tag für Tag dazu und merke, dass manche Lektion aus dem Zeichenkurs wieder in meine Erinnerung schlüpft. Wenn du die Portraits ansehen möchtest, klick hier vorbei!

Mit meinem neuen Fokus auf Illustration habe ich ja schon vor einer Woche meine erste Künstlerwebsite erstellt. Und wahrscheinlich kannst du dir vorstellen, dass es gar nicht so einfach ist, alle wichtigen Fakten und Bilder zusammenzusammeln und in einen Guss zu bringen, der stimmig ist. Deshalb bin ich umso glücklicher, dass ich damit begonnen habe und Freunden, Familie und Kunden endlich zeigen kann, was ich mache.

Wenn mich das jemand fragt, komme ich nämlich immer wieder ins Grübeln, wie ich es am besten ausdrücke. Ich möchte der Person, die mir gegenübersteht, keine Romane erzählen, die sie mehr verwirren als Klarheit zu schaffen. Denn eigentlich sage ich gern eindeutig und auf den Punkt gebracht, was ich meine. Blöd nur, dass weder die Welt an sich noch mein Job so einfach zu beschreiben ist. Sage ich „irgendwas mit Medien“, wird es belächelt; zähle ich alle Medienschaffungsaspekte auf (Grafik- und Logodesign, Illustration, Text und Lektorat), dann wirkt es, als würde ich mich als Tausendsassa darstellen wollen, der sich entweder überschätzt oder eigentlich alles nur so halb hinbekommt.

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Was hilft da am besten?

Meiner Meinung nach ist der richtige Weg, jedes Projekt wirklich gut machen zu wollen, dazu zu lernen, Kritik anzunehmen und die verschiedenen Aufgabenbereiche dann anzugehen, wenn der innere Drive einen sowieso gerade eher zum Schreiben drängt, oder halt zum anderen Teilbereich X, Y, Z … Klingt nach „Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt“, nur wenn ich Lust habe. Aber ganz so ist es dann auch nicht. Ich bin immer wieder froh, ein Projekt durchgezogen zu haben und die Ergebnisse dann vor mir zu sehen.

Neben der Selbstverantwortung und der Verantwortung, meine Gaben vor Gott gut einzusetzen, hilft es den Kunden natürlich, eine Visitenkarte in die Hand gedrückt zu bekommen. Ich bin vor Kurzem auf einer Party mit einer Frau ins Gespräch gekommen, die mich nach meiner Karte oder ähnlichem gefragt hat und ich hatte natürlich noch keine parat. Weil ich diese Liste im Kopf hatte von „erst ein Portfolio, dann eine Website, dann eine Visitenkarte mit der Website drauf“. Macht ja auch Sinn, braucht nur Zeit. :) Deshalb kann ich dir nur empfehlen, dir die Zeit zu nehmen – dir Zeit zu lassen, aber die Dinge auch konkret anzugehen, Schritt für Schritt.

Besagte Visitenkarte ist für mich nun mein letztes „persönliches“ Projekt für mein Freelancerdasein in 2016. Für 2017 habe ich ein paar coole Ideen, aber ich sehe den Jahreswechsel immer als Schwelle, ähnlich wie eine Treppenstufe, auf der man dann kurz verharren und ausruhen kann. Und weil ich meinen Blog gern in das grafische und illustratorische Metier einbeziehen möchte, gebe ich dir heute nach all dem Vorgeplänkel noch ein paar wichtige Richtlinien für die Gestaltung deiner Visitenkarte mit.

How to: Visitenkarte

1. Passende Assoziationen

Die Visitenkarte soll dich und dein Business optisch und faktisch zusammenfassen. Frage dich zuerst einmal, was dich ausmacht:

  • Welche positiven Eigenschaften hast du, welche Stile sagen dir zu?
  • Was machst du beruflich? Ist dein Beruf eher ausgelassen oder sachlich? Behandelst du im Beruf schwerwiegende Themen oder willst du anderen das Leben leichter machen? Welche Farbgebung dominiert deine Website oder deine Social-Media-Auftritte?

Mit diesen Assoziationen hast du schon einmal eine Liste mit verwertbaren Gestaltungsmerkmalen deiner Karte.

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2. So tickt die Branche

Wie gestalten andere Anbieter deiner Branche ihre Visitenkarten und Websites? Orientiere dich grob an deren Richtlinien – das bedeutet nicht, dass du bei anderen abschaust, sondern dass du verstehst, was Kunden deiner Branche gewöhnt sind oder erwarten, um Vertrauen in dich zu setzen. Vielleicht merkst du in dem Zusammenhang auch, dass du dich bewusst vom Mainstream absetzen möchtest und machst dementsprechend optische Unterschiede. Wenn in deiner Branche alles clean gehalten ist, lässt du dann deine Visitenkarte, aber auch deine Website etc. z.B. von einer knalligen Farbe bestimmen, die einen Wiedererkennungswert schafft.

3. Positiv im Gedächtnis bleiben

Denn ‚wiedererkennen‘ ist das Stichwort – deine Kunden sollen bestenfalls als Erstes an dich (und vielleicht noch ein, zwei andere Kollegen) denken, wenn sie einen Auftrag zu vergeben haben. Und das schaffst du zum Einen, indem du gute Arbeit leistest und menschlich gut verträglich bist und indem du eine einheitliche Optik schaffst.

4. Das individuelle Drumherum

Das Format deiner Visitenkarte kann variieren. Spannend sind quadratische Karten, wenn vielleicht auch nicht für jeden das Richtige. Ansonsten kannst du die Karte im Hoch- oder Querformat anlegen und damit unterschiedliche Wirkungen erzielen und anders als die herkömmlichen Karten steht dir natürlich auch frei, mehrseitige Klappkarten zu gestalten. In den Innenteil kannst du so auch wichtige Inhalte oder Angebote für deine potentiellen Kunden auflisten. Auf www.cewe-print.de kannst du zum Beispiel unter diesen unterschiedlichen Formaten wählen und findest dort zudem auch einige Tipps zur Gestaltung. Einen Unterschied macht dort beispielsweise auch das Papier, auf das du die Karten drucken lässt. Eine Freundin hat mir vor Kurzem einen Papierfächer ausgeliehen, bei dem man die Unterschiede von Papierdicke und Veredelung sehr gut erkennen kann. Und ich liebe es. :D Schon als Kind bin ich so gern mit den Fingern über Buchcover mit Reliefbuchstaben oder Mattierung gefahren.

5. Diese Infos müssen drauf

Die Online-Druckerei cewe-print.de fasst die Inhalte einer Visitenkarte gut zusammen: Nicht fehlen darf dein vollständiger Name, den du gern etwas hervorheben kannst. Ebenso wichtig ist für den ersten Blick deine Berufsbezeichnung und welche Funktion du inne hast. Wenn deine Firma nicht mit deinem Namen übereinstimmt, ist sie natürlich ebenfalls hervorzuheben.

Nun fehlen noch die Anschrift deines Arbeitsplatzes, eine erreichbare Telefon- oder Handynummer und deine geschäftliche Mailadresse. Weitere Informationen findet man sicher auf deiner Website, deshalb sollte die unbedingt mit auf die Karte und schlussendlich kannst du noch Fax oder Facebook, Xing, Instagram etc. angeben, wenn es dort mehr über deine Dienstleistung zu erfahren gibt.

6. Das Äußere zählt

Die optische Gestaltung deiner Visitenkarte sollte sich an den Assoziationen ausrichten, die du in den ersten Schritten herausgefunden hast. Generell würde ich dir empfehlen , eher ruhige statt stark gemusterte oder schrille Hintergründe zu wählen, zumindest dort, wo deine schriftlichen Angaben stehen. Die sollten auf der Vorderseite der Karte zu finden sein (rechts unten, denn die Leserichtung in der westlichen Welt ist von links oben nach rechts unten) und bestenfalls platzierst du darüber dein Logo und links daneben evtl. ein Icon oder Foto von dir. Greife lieber nicht zu tief in den Farbtopf und halte rundherum eine klare Linie. A propos Linie – auch geometrische Einteilungen der Karte können sie gliedern, zum Beispiel mittels Kreisformen, geraden oder diagonalen Linien oder Dreiecken.

Weniger ist mehr.

Dateivorlagen, die du selbst gestalten kannst, gibt es bei cewe-print.de übrigens auch.


PS: Auch als Blogger kannst du Visitenkarten gut einsetzen. Ob du bei der nächsten Geburtstagsfeier oder auf der Arbeit jemanden kennenlernst, den dein Blog interessieren könnte oder die Karte einem Verlosungspaket beilegst – mit einer kleinen Karte kannst du in Erinnerung bleiben und bekannter werden. :) Und das ganz ohne fiese Verkaufsmasche, denn für viele Familien- und persönliche Blogs ist das Schreiben und Fotografieren ja einfach eine Herzenssache, die sie gern mit anderen teilen.

Für den kleinen Geldbeutel sind passende Visitenkarten sogar recht erschwinglich. Ich habe zum Beispiel bei cewe-print.de den supergünstigen Preis von 10 Euro für 500 Visitenkarten entdeckt. Das kann man auch noch vom Weihnachtsgeld gut bezahlen. :)

Mehr Infos zum Thema findest du hier.


Klecks AnneBis Weihnachten setze ich mir jetzt das Ziel, meine Visitenkarte zu gestalten. Du vielleicht auch?

Wie siehst du das Thema? Hast du auch das Gefühl, eine Visitenkarte ist etwas „offizielles“, mit dem man in Erinnerung bleiben kann und das es anderen einfacher macht, in Kontakt zu bleiben, oder bist du der Meinung, dass sie zu Hause oder im Portemonnaie sowieso verschwinden?


Solltest du noch ein Logo für deine Visitenkarte brauchen oder möchtest dich alternativ zum Foto als Portraitzeichnung auf deiner Karte zeigen, dann schreib mir gern an annything_blog@yahoo.com.

2 Comments

  1. Liebe Anne,
    vielen Dank für die Anregungen! Finde ich super interessant! Ich kenne das Problem mit dem „Wie erkläre ich, was ich mache“. Ich erzähle dann zwar keine Romane, aber jedem was anderes. Ist irgendwie auch nicht so das Wahre… Da bin ich gerade auch am Reflektieren. Und jetzt springe ich mal rüber zu deiner Künstlerseite ;-)

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