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Aus Filmen lernen: Konkrete Fragen & aktuelle Filmtipps!

Wie du vielleicht weißt, habe ich Medien studiert und mich dabei viel mit der Analyse von Medienprodukten beschäftigt. Ein Tiefpunkt meines Studiums war zum Einen eine Hausarbeit über die Stereotype in „Bauer sucht Frau“, zum Anderen die Auseinandersetzung mit „Richterin Barbara Salesch“. Unglaublich, wie viel Zeit und Gehirnschmalz in solche Aufgaben fließen kann und am Ende landet nur eine Note auf einem Papier.

Ich hätte den Spaß aber nicht studiert, wenn es mich nicht ein wenig interessiert hätte. Wie Serien und Filme gemacht werden, finde ich nämlich schon spannend. :) Als Rezipient (also der, der es anschaut) sieht man dieses perfekt abgerundete Ergebnis und das macht auch was mit unserer Erwartungshaltung: zum Einen an die Qualität des Films bezüglich der Machart, zum Anderen vielleicht hin und wieder auch an die des Inhalts. Um den soll es heute gehen!

In letzter Zeit habe ich eine Menge Filme gesehen, u.a.:

  •  Allied – Vertraute Fremde
  •  Nocturnal Animals
  •  Vier gegen die Bank
  •  Bob, der Streuner
  •  La La Land
  •  Hacksaw Ridge

Besonders die letzten drei haben es mir sehr angetan. Jeder der Filme hat ein tiefgründiges Thema behandelt und es auf unterschiedliche Weise vermittelt.

In Bob, der Streuner, vielleicht kennst du die dazugehörige Buchreihe nach einer wahren Begebenheit, bewegt sich ein drogenabhängiger Musiker auf dem absteigenden Ast und begegnet einer Katze, die sein Leben umkrempelt und ihn zu einem fürsorglichen Mann macht, der wieder auf Menschen zugeht und mit Disziplin und Weitsicht seine Ziele angeht.

In La La Land begegnen sich ein Mann und eine Frau, die von ambitionierten Träumen zu einem erfolgreichen Leben angetrieben werden. Zwischen Musicalleichtigkeit und der weniger glamourösen Realität versuchen die beiden ihr Bestes, um ihre Träume von einer eigenen Jazzbar und der Karriere als Schauspielerin umzusetzen. Lassen sich die beiden Leben miteinander vereinbaren? Melancholisch schön und traurig winden sich die Wege der beiden in Richtungen, die den Zuschauer schließlich summend im Kinosessel zurücklassen. Was wäre, wenn …?

Wie La La Land ist der Kriegsfilm Hacksaw Ridge ein Oscaranwärter, der es meiner Meinung nach verdient hätte. Der Film, der ebenfalls auf einer wahren Geschichte beruht, beginnt erstaunlich ruhig, indem er das ländliche Leben des Protagonisten und Außenseiters zeigt. Er muss mit seinem jähzornigen Vater zurechtkommen und seine eigene Kindheit ablegen, in der er gern mal zugeschlagen hat. Kaum hat er die perfekte Frau fürs Leben gefunden, geht er ohne Kompromisse die Entscheidung ein (Die Entscheidung, das ist übrigens der Untertitel des Films) mit seinen Kameraden in den Krieg zu ziehen und dort keine Waffe anzurühren.

Er lässt sich verspotten, beschimpfen, schlagen, ausfragen und vor Gericht ziehen, aus dem einfachen Grund, dass er das Gebot Gottes „Du sollst nicht töten.“ einhalten, stattdessen aber seinen Kameraden als Feldsanitäter dienen möchte. Keiner traut es ihm zu, er wird „Grashalm“ genannt und belächelt, bis es ernst wird. Die unerfahrenen jungen Männer müssen wachsam und mutig sein, es ist ein Kampf um Leben und Tod. Zwischen all dem Leid schlüpft Soldat Desmond Doss umher, um seinen Kameraden Morphium zu spritzen, Verbände anzulegen und sie den Hacksaw Ridge, die Kriegsanhöhe, zum Lazarett hinabzulassen. In einer Szene ruft Doss in seiner Verzweiflung nach Gott, nach seiner Führung, er kann ihn nicht hören. Doch er hört die Schreie seiner verwundeten Kameraden – und hilft ihnen.

Szenen wie diese oder die entstehende Freundschaft zwischen dem im Heim aufgewachsenen Kameraden, der Doss zu Anfang mit tiefster Verachtung gestraft hatte, sind absolut berührend. Die Nächstenliebe und der Mut, den dieser Mann, beflügelt durch sein Gottvertrauen gezeigt hat, sind diesen Film wert. Um dem Ganzen noch eine Schippe draufzusetzen kommt er sogar zum Schluss selbst zu Wort.


Ich bin Freundin der Differenzierung, wenn es um die Beurteilung von Filmen geht. Nur weil mir eine Aussage gefallen hat oder mein Humor getroffen wurde, muss ich nicht alles für mich annehmen und entscheiden, dass der Film nur gut war. Oder eben nur schlecht, je nachdem.

Deshalb habe ich mir ein paar Fragen und Denkanregungen überlegt, die den Denkern unter euch Lesern Stoff geben können, um Filme, die ihr seht, noch gewinnbringender zu verarbeiten. Vielleicht denkst du ja schon viel über angesehene Filme nach oder unterhältst dich mit anderen darüber, wenn du gern konkreter werden möchtest, dann pflück dir gern ein paar Fragen:

  •  Das „Andere“ im Film: Eine andere Zeit, ein anderes Land, eine andere Welt – was ist daran faszinierend, was fehlt mir, was weckt eine Sehnsucht?
  •  Die vorgelebten Beziehungen: Was finde ich daran nicht gut? (Sprache, Umgang, Untreue, …) Wo entdecke ich meine Schwächen wieder? Was finde ich gut und würde ich gern übernehmen? (Leichtigkeit, Humor, Klarheit, tiefe Gespräche, Unternehmungsfreude, Mut, …) Was fasziniert mich?
  • Mit welchen Personen sympathisiere ich am meisten? Warum? Welche Eigenschaften mag oder bewundere ich? Kann ich die Person und ihr Verhalten differenziert sehen? An wen erinnern mich die Personen des Films?
  • Welche Szenen und Situationen berühren mich? Welche Grenzsituationen oder Überraschungsmomente des Films machen einen Unterschied? Welche Gefühle sprechen sie in mir an?
  •  Welche Ziele und Lebensentwürfe des Films möchte ich auch verfolgen und wo gehe ich nicht mit? Von welchen Überzeugungen will ich mich abgrenzen, um mein Herz, meine Lebensmotive zu bewahren? Welche Wünsche werden in mir durch den Film ausgelöst? Welche davon sind gut und hilfreich für ein gelingendes Leben und was wünsche ich mir nur, weil ich es eben nicht bin oder besitze?
  •  Welche Wahrheiten und Erfahrungsweisheiten vermittelt der Film? Was kann ich aus der Handlung lernen, weil sie mir etwas voraus hat? Was kann ich mir für die Zukunft mitnehmen? Welche Prioritäten, Entscheidungen und Werte lebt der Film mir vor, die zu Glück und zum Erreichen guter Ziele beitragen können? Gehen die Werte mit denen der Bibel konform? Wie kann ich konkret gute vorgelebte Werte auf mein Leben übertragen?

Das als ein paar Anregungen. HIER kannst du dir die Fragen als PDF herunterladen und für den nächsten Film speichern bzw. ausdrucken. Du kannst du es gern verwenden, wenn du mit deinem Hauskreis oder deiner Jugendgruppe, im Familien- oder Freundeskreis einen Film schaust, über den ihr danach bewusst reden wollt. Ich hoffe, dass es dir hilft, die guten Aspekte des Films länger in Erinnerung zu behalten und daraus zu lernen.

Schreib mir gern einen Kommentar, welchen Film du zur Zeit sehr gut findest und ob du dir die Oscars im Februar ansiehst! Danke, dass du dir die Zeit zum Lesen genommen hast. :) PS: Der Fastenkalender ab dem 1. März (siehe meine Schlussbemerkung im letzten Post) ist weiterhin in der Mache, juhu.

2 Comments

  1. Hi Anne,
    ich habe noch keinen der Filme gesehen, die du empfiehlst, aber ich glaub ich werd mir Hacksaw Ridge mal anschauen (muss erst mal den Trailer gucken). Worauf ich mich sehr freue, ist The Beauty and the Beast!
    Die Fragen sind echt super, sehr differenziert! :)
    Ich glaub ich würd mir die Oscars schon gerne ansehen, aber die Zeit ist so unmöglich. Zum Glück ist ja am nächsten Tag alles bei youtube. :)
    Liebe Grüße!

    1. Hallo Friede,
      danke! :) Ja, wenn du die Kriegsszenen abkannst, schau dir den unbedingt mal an! Ich finde, er wirkt echt lange nach.
      Hihi, Hermine … da hab ich den Trailer das erste Mal vor HSR gesehen.
      Das stimmt, die Zeit ist mies – als Selbstständige geht das bei mir mal, da werde ich wohl bis Mittag schlafen. :D Letztes Jahr sind wir halb 7 ins Bett gegangen. Ich wusste gar nicht, dass man alles nachschauen kann, cool!
      Grüßel, Anne

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