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ANNgetippt / ANNsichtssache

Interview #1: Selbstständigkeit, Muttersein, Liebe & Entrümpeln!

Wie angekündigt kommt heute das erste Interview mit einer anderen Selbstständigen (Katharina), die außerdem Mutter und Bloggerin ist. Vorneweg gesagt: Es ist einiges an Text und Input zusammengekommen – anhand der Bilder kannst du das für dich Interessante auslesen. :) Ansonsten möchte ich vorher klar machen, dass sowohl ich als auch die Leute, die ich auf meinem Blog vorstelle, völlig normale Menschen sind – nur weil wir uns gegenseitig Fragen stellen, soll das nicht abgehoben rüberkommen. Es soll vielmehr ein Gespräch unter Frauen sein, in das du reinhören kannst. Ich glaube, dass wir voneinander einiges lernen können!


Liebe Katharina, ich bin gespannt, was meine Leser und ich in diesem Interview von dir erfahren werden! Herzlich willkommen. 🙂 Erzähl doch kurz etwas über dich!

Ich bin Katharina, 30 Jahre alt, Mama von drei tollen Kindern. Mit meinem wundervollen Mann wohnen wir im Raum Köln/Bonn, wo wir ein Haus gebaut haben (oh, mein Mann war und ist so fleißig!) und uns sehr heimisch fühlen. Ursprünglich komme ich aus Franken, aus der wunderschönen Rhön, wohin ich immer wieder wahnsinnig gerne zurückkomme. Ich bin gelernte Kinderpflegerin und habe mich in der Elternzeit unserer ersten Tochter selbstständig gemacht mit dem Verkauf von selbstgenähten Produkten.
 
 
Danke! Da hast du ja schon einiges erreicht. Du führst ein Familienleben mit drei Kindern. Daneben hast du deinen Shop nelefees. Was bietest du dort an und wie strukturierst du deine Zeit zwischen Familie und Shop?
 
Mein Sortiment bei Nelefees hat sich bisher ziemlich oft gewandelt. Ich habe 5 Jahre lang einiges ausprobiert. Vieles, was bei meinen Kunden gut ankam, war für mich auf die Dauer zu aufwendig herzustellen. Ich verkaufe vor allem Selbstgenähtes. Vor ca. einem Jahr bin ich bei Babydecken stehen geblieben und das hat sich bis jetzt bewährt. Nachdem ich der Nachhaltigkeit wegen von Minky Decken auf andere Stoffe umgestiegen bin, hatte ich noch etwas Bedenken, ob meine Kunden dies annehmen würden. Mir wurde es immer wichtiger, dass ich vor allem als Christ auf solche Dinge achten sollte und habe deswegen diesen Schritt gewagt, der für mich auch ein richtig großer Vertrauensschritt war. Gott wird schon alles gut machen und meine Aufgabe ist es einfach zu handeln, wenn er mir etwas aufs Herz legt.
 
Es ist wirklich schwierig, die Zeit unter Kontrolle zu haben, wenn man von Zuhause aus arbeitet, sich um den Haushalt kümmert, kochen muss, noch andere Verpflichtungen hat und dazu noch voll und ganz für die Kinder da sein möchte. Die beiden Großen sind im Kindergarten und essen auch dort, was es mir um einiges leichter macht. Unser Baby ist zuhause immer bei mir und ich schaue eben, was ich schaffen kann. Bei mir gilt „Family first“, denn ich bin vor allem selbstständig, um viel Zeit für die Familie zu haben. Um alles unter einen Hut zu bekommen, habe ich einen Haushaltsplan entworfen, der mir hilft, die Übersicht zu bewahren, da ich gerne viel zu viel auf einmal mache.
 
 
Das ist eine echt gute Einstellung, finde ich. Das Gute zu tun und zu vertrauen, dass der, von dem es ursprünglich kommt, Gelingen schenken wird. Mir ist auch aufgefallen, dass man nur seine Aufgaben und den Haushalt in der Selbstständigkeit wirklich „managen“ kann. Die Beziehungen können wir nicht wirklich kontrollieren und ihnen sollten wir auch Freiraum geben. Ich kenne das z.B. von spontanen Anrufen von Familienmitgliedern, die ich nicht einfach abwürgen möchte. Und ich merke, dass wenn ich dafür offen bin, das auch ein Segen wird und meine Herzenseinstellung entkrampft. Spannend für mich ist dein Haushaltsplan! Wie sieht der denn grob gesagt aus?
 
Der Haushaltplan beinhaltet meine Zeiten, in denen ich arbeite, denn dann habe ich in diesen Stunden auch den Kopf wirklich frei und kein schlechtes Gewissen, dass ich gerade nichts im Haushalt mache. Manchmal würde ich mich natürlich gern teilen können. Ansonsten habe ich ihn in morgens, nachmittags und abends untergliedert, mit den jeweiligen Haushaltsaufgaben, die an den bestimmten Tagen anstehen. Dazu gibt es eine Spalte mit extra Aufgaben und To Dos. Demnächst möchte ich ihn gern auf meinem Blog zum Download zur Verfügung stellen, da mich schon einige danach gefragt haben.
 
 
Klasse, da freu ich mich drauf. Das ist sicher für einige Leser auch interessant! Um wieder auf deinen Shop einzugehen: In deinem Interview mit mir hast du bereits angesprochen, dass DaWanda und Co nicht sehr leicht zu erobern sind. Wie ist deine Strategie hin zu so zahlreichen Followern und Kunden? Wenn ich das richtig sehe, hast du mit Müttern als Zielgruppe einen kaum endenden Kundenstamm erschlossen. Was ist dein besonderes Merkmal, das die Leute auf dich aufmerksam macht?
 
Bei Dawanda und in den sozialen Medien heißt es unbedingt dran bleiben. Der Dawanda Shop läuft vor allem gut, wenn man ihn immer wieder auffüllt, nur dann wird man gesehen. Ich mache ganz viel über Social Media und nutze Instagram in letzter Zeit verstärkt für mein Marketing. Das ist für mich der optimalste Weg, um auf meinen Shop aufmerksam zu machen, neben den persönlichen Kontakten. Meine Followerzahlen halten sich auch sehr in Grenzen. Im Gegensatz zu Anbietern mit Zehntausenden oder Hunderttausenden bin ich nur ein ganz kleiner Account.
Aber ich denke, meine Kunden lieben vor allem das Personalisierte. Meine Babydecken können mit Namen bestickt werden. Außerdem versuche ich sehr mit dem Trend zu gehen und Decken aus Trendstoffen anzubieten, das kommt natürlich gut an. Meine persönliche Note bringe ich aktuell zum Beispiel mit hinein, in dem man die Decken auch mit einer Spitze bestellen kann. Gerade bin ich dabei, einen eigenen Online Shop aufzubauen, denn die Gebühren bei Dawanda sind nicht gerade gering. Dafür hat man dort eben eine sehr große Plattform. Da ich in Zukunft auch gerne andere Kinder- und Babyartikel anbieten möchte, die nicht selbstgemacht sind, müsste so oder so ein eigener Shop her. Mit Müttern als Zielgruppe habe ich wirklich eine große Zielgruppe. Andererseits gibt es hier natürlich auch wahnsinnig viel Konkurrenz.
 
 
Das Persönliche ist also bei den Produkten selbst und auch beim Marketing von Vorteil! Du zeigst dich ja auf Instagram zum Beispiel auch ganz offen und ehrlich. Das braucht sicher Überwindung, baut aber eine gute Kundenbindung auf. Oft spielt da wahrscheinlich anfangs die Neugier eine Rolle – wie leben andere Menschen, Mütter, Frauen? Und dann gesellt sich die Sympathie dazu und man wird von den Produkten überzeugt. 🙂 
Mal etwas allgemeiner gefragt … Mich interessiert, wie Menschen zu Entscheidungen in ihrem Leben kommen. Wie war das bei dir? Welchen Weg hast du hinter dir, der dich zu Familie und Selbstständigkeit geführt hat?
 
Ja, so entsteht auf jeden Fall Kundenbindung. Wobei ich aber bei meinen Instagram Accounts auch unterscheide. Meinen nelefees_babydecken Account nutze ich ausschließlich für die Vermarktung der Produkte. Mein normaler Nelefees Account ist wirklich der, in dem ich meine Follower Anteil an unserem Leben haben lasse. Der reine Babydecken Account wächst wesentlich schneller, da ich mich dort spezialisiert habe und nicht vielen Themen auf einmal folge.
 
Der Weg, der mich zur Selbstständigkeit und Familie geführt hat. Eine gute Frage. Familie wollte ich schon immer haben, dass ich mit der Entscheidung aufs Bibelseminar Bonn zu gehen auch noch meinen wundervollen Ehemann dazu gewinne, damit hätte ich nie gerechnet. Ich wollte meine Jugendzeit hinter mir lassen und habe mich entschieden, den Weg mit Gott voll und ganz zu wagen. Als ich wirklich spontan dort angenommen wurde und 1,5 Wochen später in Bonn war, für die nächsten 4 Wochen ohne Wohnung und ohne Bekannte, wusste ich nicht, was vor mir liegt. Hier habe ich nun meinen Mann kennengelernt, wir haben geheiratet, ich habe zwischenzeitlich dann noch eine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester angefangen bis … wir ganz ungeplant mit unserer Tochter Nele überrascht wurden. Also habe ich bis zum Mutterschutz weiter im Krankenhaus gearbeitet und mich dann entschieden, die Ausbildung nicht zu Ende zu machen, denn für mich war es unvorstellbar meine kleine Tochter mit einem Jahr abzugeben.
 
Während der Bauzeit fingen wir mit der Kurzzeitpflege an und wir durften 5 Kindern eine kurze Zeit in ihrem Leben ein Zuhause geben. Als wir im Haus eingezogen waren, entschieden wir uns für ein Geschwisterchen für Nele. Die Kurzzeitpflege lief weiter, ich wurde direkt schwanger und musste unseren Noel in der 18. SSW tot zur Welt bringen. Deshalb entschieden wir uns, erstmal kein Kurzzeitpflegebaby mehr anzunehmen. Aber der Anruf vom Jugendamt kam, und unser Herz sagte uns, dass wir dieses 5 Monate alte Baby, das ein Zuhause suchte, aufnehmen sollten. Und aus der Kurzzeitpflege wurde Dauerpflege. Ca. 1,5 Jahre nach unserem Verlust mit Noel wurde ich endlich wieder schwanger und wir wurden mit unserem Goldstück Leana beschenkt.
 
Jetzt habe ich dir viel dazu erzählt, wie es zur Familie gekommen ist, aber nicht wie ich zur Selbstständigkeit gekommen bin. Dadurch, dass ich im Mutterschutz Zeit fand, wieder mit dem Nähen zu beginnen, wuchs in mir der Wunsch, meine Sachen auch zu verkaufen und von Zuhause aus zu arbeiten. Meine ersten Sachen waren noch ohne Overlock genäht und hey, jeder fängt mal klein an! Ich habe immer mehr Spaß daran gewonnen und die Selbstständigkeit beibehalten. Zwischenzeitlich habe ich mal im Kindergarten ausgeholfen, als dort Not am Mann war. Die Selbstständigkeit ließ sich aber wahnsinnig gut mit der Kurzzeitpflege vereinbaren. Mittlerweile ist in mir der Wunsch so groß geworden, dass ich von Zuhause aus arbeiten kann, um mehr Zeit für die Familie zu haben, dass ich fast jede freie Minute dort hineinstecke und auf Hobbys und Co weitestgehend verzichte. Dies soll aber kein Dauerzustand sein.
 
 
Wow, was du da erzählt hast, zeigt mir mal wieder, dass die Geschichte jedes einzelnen Menschen von so vielen Tiefen und Höhen geprägt ist. Die Zwischenstände sehen manchmal gar nicht so komplex aus, wie die wirkliche Entwicklung, die dahintersteht. Und spannend ist auch, wie sich in unserem Leben bestimmte Themen als Herzensthemen durchsetzen können. Wie bei dir Babys und Kinder. Wenn man so eine Vision erstmal in seinem Herzen verankert hat, taucht sie immer wieder auf mit neuen Möglichkeiten und Ideen …
Wie du schon gesagt hast, hast du auch einen passenden und fürsorglichen Mann kennengelernt und geheiratet. Inzwischen seid ihr schon viele Jahr verheiratet. Was ist dein Geheimnis einer erfüllten Ehe? Wie gehst du mit Zeiten um, in denen z.B. dein Mann viel unterwegs ist?
 
Oh ja, da habe ich wirklich das passende Gegenstück geheiratet. Ich glaube, dass das Geheimnis jeder Ehe ist, den anderen höher zu achten als sich selbst. Wenn dies beide Ehepartner tun, kann es nur gelingen. Wenn man egoistisch ist, geht es meistens schief. Wenn mein Mann beruflich unterwegs ist, bringt es mir nichts, über die Situation unglücklich zu sein. Augen zu und durch. Die Situation so annehmen, wie sie ist, und das Beste daraus machen. Zum Beispiel koche ich dann immer das Lieblingsgericht von Nele und mir, womit mein Mann nicht sonderlich viel anfangen kann: Fränkische Mehlklöße.  🙂
 
 
Haha, sehr gut. Das stimmt, der Egoismus muss wirklich abnehmen, wenn man eine glückliche Beziehung führen möchte … das ist einem wahrscheinlich gar nicht immer so bewusst. Wenn man an Glück denkt, denkt man vielleicht oft an: Was will ich und wovon weiß ich selbst am besten, was mir gut tut? Aber eine Beziehung ist eine andere Ebene – eben eine Verbindung von zwei Personen. Da gelten andere Regeln. 🙂 Kannst du mir einen sonstigen Wert nennen, der dir in deinem Alltag besonders wichtig geworden ist? Vielleicht auch anhand einer bestimmten Situation?
 
In letzter Zeit ist mir das Thema Gnade immer wichtiger geworden. Gott ist mir so gnädig. Leider bin ich den Menschen in meinem Umfeld gegenüber oft nicht gnädig. Ob es im Miteinander in der Familie ist, im Straßenverkehr oder wenn wir Menschen begegnen. Ich möchte mich sehr viel mehr in Gnade üben und meinen Mitmenschen in Liebe begegnen und sie nicht verurteilen. Das Familienleben ist da auch wirklich ein wahnsinnig gutes Übungsfeld. 😬
 
 
Oh ja, das geht mir auch so! (Mein Name bedeutet Gnade und hält mir meine Schwäche darin immer wieder vor. 😉 ) Zum Schluss würde ich gern noch ein wenig auf deinen noch recht jungen Blog eingehen! Was erwartet die Leser dort? Vielleicht magst du auch ein paar Worte zu der Challenge sagen, die du gerade frisch gestartet hast!
 
Ich liebe es, anderen von Dingen zu erzählen, die mein Leben erleichtern und mich als Mama und Hausfrau bereichern. Deshalb gibt es dort Beiträge zu diesen Themen, aber auch Rezepte und vieles andere, was mir im Leben so begegnet. Ich habe keine wirkliche Nische, deswegen überschreibe ich es mit den Themen „Familienleben, Lifestyle, DIY“ und mit dem Slogan „Nah am Leben“, da es direkt aus unserem Leben ist. Mit der Aussortierchallenge, die ich frisch gestartet habe, möchte ich mir und anderen helfen, ein wenig mehr Luft und Raum zu Hause zu schaffen. Deshalb miste ich mit allen, die mitmachen möchten, 20 Tage lang (nach einem Plan, den es auf meinem Blog zum Download gibt), aus. Unsere Erfolge teilen wir auf Instagram.
 
Das klingt echt gut. Bestimmt macht die Ein oder Andere da gern mit, ich auch! 🙂 Danke liebe Katha, für deine Zeit und das gute Gespräch. Ich kann für meinen Teil auf jeden Fall etwas daraus mitnehmen und finde es schön, dich so etwas besser kennengelernt zu haben. Wenn du möchtest, bleiben dir zum Schluss noch ein paar abschließende Worte …
 
Ich danke dir, liebe Anne, für dein Interesse an meiner Person. 💞 Ich möchte deine Leser ermutigen, sich auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu fokussieren, das Leben kann so schnell vorbei sein. Dieses Jahr begleitet mich die Bibelstelle aus Mose: „Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein … an dir soll sichtbar werden, was es bedeutet, wenn ich jemanden segne.“ Deshalb wünsche ich dir und deinen Lesern Gottes überreichen Segen. 👍🏻
 
 
Vielen lieben Dank! Alles Gute für dich. 🙂

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Hat dich was angesprochen? Würde uns freuen! Lass es gern in den Kommentaren da. :)

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